Hotelmarkt BerlinWeihnachten kann kommen

Schon heute die Entwicklung des Marktes von morgen kennen – das ist die Intention des Trendbarometers der Fairmas Gesellschaft für Marktanalysen mbH, exklusiv in Kooperation mit Tophotel. Diese Ausgabe im Fokus: der Hotelmarkt in Berlin.

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Im Verdoppeln sind die Berliner scheinbar nicht zu schlagen. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre ist es der Spreemetropole gelungen, die Zahl der Übernachtungen fast zu verzweifachen – von 11.472.000 in 2001 auf 20.796.000 in 2011. Für die etablierten Hauptstadt-Hoteliers hätte dieses Wachstum für paradiesische Verhältnisse gesorgt, hätte sich nicht im gleichen Zeitraum auch die Zahl der angebotenen Betten nahezu verdoppelt – von 62.024 in 2001 auf 114.087 in 2010. Bereits jetzt wird es für die Gastgeber zunehmend schwieriger, Auslastung und Zimmerpreise auf wirtschaftlichem Niveau zu halten und Besserung ist nicht in Sicht. Im Gegenteil.

Zwar lag das Übernachtungs-Plus von Januar bis August 2011 bei sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr, womit Berlin auf ein neues Rekordjahr zusteuert, aber auch die Anzahl der Unterkünfte wächst unaufhaltsam. Rund 8000 neue Betten sind allein in diesem Jahr hinzugekommen und sorgten daher nur für eine durchschnittliche Belegung von 51 Prozent. Branchenexperten gehen in den nächsten Jahren von insgesamt 49 neuen Hotels mit über 11.000 Betten aus. Wenngleich hier erfahrungsgemäß aufgrund von Korrekturen mit Abschlägen gerechnet werden muss, ist diese Entwicklung für den Hotelmarkt der Hauptstadt alles andere als rosig – sowohl die Auslastung als auch die Zimmerraten betreffend. Letztere halten nach wie vor einem Vergleich mit anderen europäischen Hauptstädten wie Wien, Paris, Madrid oder London nicht stand und entwickelten sich beispielsweise im September trotz Papstbesuch um sieben Prozent nach unten.

Hoffnung macht das bevorstehende Weihnachts- und Silvestergeschäft: Hier erwarten jene Hoteliers, die ihre aktuellen Kennziffern und Planungsdaten dem Benchmarking-Spezialisten Fairmas zur Verfügung stellen, ein Auslastungsanstieg von über sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Was auf den ersten Blick nach vollen Betten klingt, erweist sich bei genauerer Analyse als Trugschluss. Im Dezember 2010 tobte in Berlin das Schneechaos, was viele Gäste an der Anreise hinderte und zu zahlreichen Stornierungen führte. Dieser Auslastungseinbruch wird jetzt quasi kompensiert. Nichtsdestotrotz rechnen die Hoteliers mit einem ordentlichen Weihnachts­ge­schäft inklusive 3,9-prozentigem Plus beim ­RevPAR.

 

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