Hoteltest im Waldorf Astoria BerlinBlick hinters Zoofenster


 MI, 02/11, 8:02 – Weckruf

 

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Sonor und männlich klingt die Stimme, die mich formvollendet weckt. Schade, dass ich nicht erfahre, zu wem sie gehört.
Wertung: sehr gut

8:30 – Sicherheit 2

Beim morgendlichen Schwitzgang drücke ich den Notrufknopf und warte ab. Ich höre nichts. Und nichts passiert. Auch mein taumelndes Schauspiel unter den Kameras des Pools bleibt folgenlos. Die junge Kosmetikerin, die mich an der Rezeption verabschiedet, erschrickt furchtbar, als ich sie darauf anspreche, erkundigt sich besorgt nach meinem Befinden und entschuldigt sich vielmals. Doch was nutzt das. Wäre ich in der Sauna bewusstlos geworden, hätte ich wohl die berühmte Karte gezogen.
Wertung: ungenügend

Frühstück 2 / ROCA

Das Frühstück im »ROCA« ist eine echte Alternative zum großen Buffet. Zum einen sitzt man sehr gemütlich, zum zweiten wählt man à la carte und zum dritten zahlt man nur das, was man verzehrt. Das sind bei mir für einen Milchkaffee, zwei Scheiben buttriges Brioche mit hausgemachter Marmelade und einen großen Teller Waldorf Müsli 15 Euro.
Wertung: ausgezeichnet

10:44 – Check-out

An noblen Gesten wird nicht gespart: In einer prächtigen Ledermappe wird mir die Inforechnung überreicht. »Die 100 Euro haben wir schon abgezogen«, sagt die hübsche und höfliche Mitarbeiterin mit den mandelförmigen Augen. Tatsächlich wurde das Guthaben in Teilbeträgen vom Verzehr und der Gästewäsche subtrahiert, was sich jedoch nur nachvollziehen lässt, wenn man die eigentlich aufgelaufen Beträge kennt. Ich bitte deshalb um die Einzelbelege. Die Mitarbeiterin ist überrascht, bleibt aber höflich; sie erkundigt sich auch nach meiner Zufriedenheit und bestätigt, dass ich das Zimmer noch bis 12 Uhr nutzen kann. Ich zahle 933,50 Euro bar (ohne das »ROCA«-Frühstück). Die Mitarbeiterin fragt, ob ich später ein Taxi brauche. Das brauche ich nicht; Hilfe beim Gepäck wäre eine sinnvollere Option gewesen. Als ich später mein Köfferchen noch am Portiersdesk unterstelle, erweisen sich die Herren vom Eingang einmal mehr als locker, nett, fröhlich und aufmerksam. Die Damen und Herren vom Empfang könnten sich davon ruhig eine Scheibe abschneiden.
Wertung: noch gut

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