Hoteltest im Waldorf Astoria BerlinBlick hinters Zoofenster


 

Sicherheit 1

 

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Kameras sind im Haus allgegenwärtig. Ich stelle mir irgendwo eine riesige Kommandozentrale vor, mit Dutzenden von Monitoren. In den Fluren, vor den Aufzügen, vor der Bar, in der Bar, im Restaurant, in den öffentlichen Bereichen, im Schwimmbad, selbst im Fitnessraum wird man beobachtet. Kein Wunder, dass Staatsbesucher wie Israels Ministerpräsident Netanjahu hier beruhigt absteigen. Die Aufzüge lassen sich nur mit der Zimmerkarte bedienen und sämtliche Brandschutz- und Fluchtwegebestimmungen werden vorbildlich eingehalten.
Wertung: sehr gut

»Guerlain Spa«

Hier ist es wirklich »schnieke«. Fast unwillkürlich senke ich die Stimme, als ich das Spa betrete. Doch der nette junge Mann im grauen Anzug heißt mich willkommen und bietet einen Rundgang an. Mit offensichtlichem Stolz zeigt er mir Deutschlands erstes »Guerlain Spa«, besser gesagt: Er präsentiert es. Eintausend Quadratmeter, ganz in Weiß, Creme und Grautönen, glitzernde Wände (»Der Quadratmeter dreitausend Euro!«), Akzente in Silber, Gold und Flieder. Ein feiner Duft umweht die Nase und ganz, ganz leise Musik dringt an das Ohr. Nun gut, bei diesen Preisen ist Noblesse geboten. 90 Minuten Gesichtsbehandlung kosten 195 Euro. Dafür hat jeder der acht luxuriösen Behandlungsräume seinen eigenen Ankleideraum und ein Bad. Es gibt einen gut ausgestatteten Fitnessraum mit Personal Trainer, einen schicken Indoorpool mit Zugang zur Dachterrasse und einen separaten Nassbereich mit Dampfbad und Sauna. Es gibt weiße Orchideen, Wasser mit Minze und flauschige Badelaken. Alles scheint topgepflegt, nur auf dem Boden vor den Duschen fehlen schon etliche kleine Bisazza-Fliesen. Und die 80-Grad-Sauna hat 100 Grad.
Wertung: noch sehr gut

16:00 – Spa-Treatment

»Berlin Chic« heißt die von Guerlain eigens für das Waldorf Astoria Berlin kreierte Massage, 60 Minuten zu 125 Euro. »Höchst sinnliche und fortschrittliche Massagetechniken« sollen dafür sorgen, dass ich die Stadt »in Hochform genießen« kann. Doch daraus wird nichts. Zwar ist Kosmetikerin E. bildhübsch und passt mit ihrem exotischen Äußeren gut ins Ambiente, doch fehlt ihr ein Quäntchen Feingefühl und ihrer Massage das Besondere. Zwar ist der Behandlungsraum sehr schön und edel, doch stehen die Vorhänge so weit offen, dass wir den Büros gegenüber Public Viewing bieten. Zwar erhalte ich ein Einmalhöschen, doch erst, nachdem ich darum gebeten habe. Und die Massage selbst? In Teilen gut, in Teilen schwach, ich erhalte keine Erklärung dazu und empfinde die Reihenfolge als zusammenhanglos. Die Folge der Ausstreichungen soll den Berliner Bär symbolisieren, versucht der Spa-Manager später eine Erklärung. Meint er das ernst? Von 15 zusätzlichen Behandlungsminuten kann auch keine Rede sein. Um 17:10 Uhr nippe ich bereits im Schwimmbad an einem Tee.
Wertung: befriedigend

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