Villa ReinVon der Kurpension zur Boutiquevilla

Auch die Rezeption hat einen neuen Look erhalten und vereint Moderne und Gründercharme. (Bild: Dominik Fritz)

Nur ein knappes Jahr nach dem offiziellen Spatenstich für die Generalsanierung der Villa Rein wurde Einweihung gefeiert. In den vergangenen Monaten erhielt die denkmalgeschützte Villa im Herzen von Bad Reichenhall einen neuen Look.

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Die ehemalige Kurpension präsentiert sich heute als elegantes Boutiquehotel, das moderne, schnörkellose Architektur mit historischem Bestand verbindet. Einbauschränke aus der Gründerzeit um 1898 und ein reich verziertes Treppenhaus mit den originalen Stufen, die unter jedem Schritt knarzen, treffen auf eine neue Empfangstheke aus Messing. Für die umfassende Modernisierung der Villa Rein in Bad Reichenhall war es Hotelier Sebastian Xaver Rein wichtig, ein modernes Erscheinungsbild zu schaffen, das gleichzeitig die Geschichte der Jugendstilvilla würdigt. Die Generalsanierung, die in zwei Bauabschnitten durchgeführt wurde, ist für ihn ein wichtiger Schritt, um das Hotel fit für die Zukunft zu machen.

Gründerzeit-Charme erhalten

Im ersten Bauabschnitt wurde 2015 der in den 1950er Jahren ergänzte Anbau mit Eingangsbereich, Kaminstube und Anbau erneuert, seit Herbst 2018 war die Villa an der Reihe. Neun Monate dauerte die Generalsanierung der ehemaligen Kurpension insgesamt. Alle Sanierungsmaßnahmen wurden in enger Abstimmung mit dem bayerischen Amt für Denkmalpflege umgesetzt. So viel ursprüngliche Bausubstanz wie möglich sollte erhalten bleiben, um den Charme der Gründerzeit zu bewahren. Unberührt blieb die denkmalgeschützte Außenfassade, der bestehende Putz wurde nur punktuell mit Kalkputz ausgebessert. Auch das zentrale Treppenhaus mitsamt Geländer befindet sich noch im Originalzustand, der Sockelanstrich im Treppenhaus wurde nach historischem Kirchenmalerbefund wiederhergestellt.

Nach genauer Vorgabe der Denkmalschutzbehörde wurden für das gesamte Hotel neue Holzfenster mit original Holzwetterschenkeln und zweiter Entwässerungsebene geschreinert. Nur ein Beispiel für beeindruckende Handwerkskunst in der Villa Rein. Mehr davon findet sich im  Frühstücksbereich mit Eiche-Massiv-Fischgrätparkett und weiß gestrichenen Wandvertäfelungen. Die neu gestaltete Kaminstube kontrastiert das klassische Ambiente mit klarer Formensprache. Mit Altholz verkleidete Wände und raffinierte indirekte Beleuchtung schaffen Wohlfühlatmosphäre, das Panorama-Sitzfenster bietet einen herrlichen Blick in die bayerischen Voralpen. Architektur und Innenarchitektur spielen in allen Bereichen des Hotels raffiniert mit Alt und Neu.

Behutsame Modernisierung

Herausfordernd in der Umsetzung waren neben den Auflagen der Denkmalschutzbehörde auch die Brandschutzauflagen. So mussten beispielsweise die neuen Abschlusstüren in den Fluren sowohl den Brandschutzanforderungen als auch den Vorgaben des Denkmalschutzes genügen. Alle Beteiligten – Behörden, Architekten, Fachplaner und -firmen, arbeiteten harmonisch zusammen, um die Aufgabe zu meistern, den Brandschutz der alten Villa auf den neuesten Stand bringen zu bringen.

Geplant und umgesetzt wurde die Generalsanierung von Berschneider + Berschneider Architekten BDA + Innenarchitekten BDIA aus Pilsach bei Neumarkt in der Oberpfalz. Die Architekten bringen durch die behutsame und gleichzeitig entschlossene Modernisierung auch die Philosophie der Villa Rein zum Ausdruck: traditionsbewusst in die Zukunft gehen. Federführend verantwortlich für die Arbeiten an der Villa Rein war Geschäftsführer Christian Rein, der Bruder des Hoteliers. Auch die Bürogründer, Gudrun und Johannes Berschneider, brachten sich persönlich in die Planung ein. Um das Hotel energetisch auf den neuesten Stand zu bringen, wurden außerdem sämtliche Strom-, Wasser- und Abwasserleitungen, teilweise noch aus der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg stammend, erneuert. Die alte Öl-Heizungsanlage wich einer umweltfreundlichen Gas-Brennwert-Therme in Verbindung mit Solarthermie.

Feine Stoffe und Designer-Leuchten

Entstanden ist ein exklusives Hideaway, das zeitgemäßen Ansprüchen an Komfort und Technik gerecht wird – sowohl in den 14 Doppelzimmern, als auch in den Frühstücksräumen. Textilien wie Baumwolle und Seide in dunklem Blau, warmem Steingrau und strahlendem Weiß schaffen ein edles Ambiente. Gebürstete Oberflächen kontrastieren die feinen Stoffe, Designer-Leuchten setzen das Interior in Szene. Optisch wie haptisch ansprechend und gleichzeitig qualitativ hochwertig sind auch die neuen Einbauten und Verkleidungen aus Messing und Massivholz. Alle Möbel wurden nach Plänen der Architekten von Berschneider + Berschneider in Maßarbeit gefertigt, das lose Mobiliar wurde in Zusammenarbeit mit dem Raumwerk in Neumarkt ausgewählt. Auch das Farbkonzept stammt aus der Feder der Innenarchitekten von Berschneider + Berschneider. Für die Wandanstriche wurden ausschließlich umweltfreundliche und langlebige Silikatfarben verwendet, in den modernen Bädern sorgen Kalk-Spachteloberflächen für fugenlose Eleganz.

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