BierreportVielfältige Zukunft

Die deutschen Brauer sind keine Fantasten. Auch wenn das Kalenderjahr 2011 den Ausstoß bei knapp 100 Millionen Hektolitern stagnieren ließ, glauben sie (noch) nicht an ein Ende des seit 30 Jahren anhaltenden Abwärtstrends. Ihre Waffen im Kampfum den Biermarkt: Mixgetränke und Fassbrause.

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Ursprünglich hatte ich nichts Besonderes erwartet und mich nur auf den Besuch eines britischen Journalistenpaares gefreut. Sie hatten Termine auf dem Kontinent, reisten nach dem Besuch bei mir nach Antwerpen weiter und deckten sich bei deutschen Winzern ein, ehe sie in ihre Gemeinde nahe London zurückkehrten. Doch Kathrin und Peter kamen nicht mit leeren Händen. Acht halbe Liter Bier hatten sie mir zum Geburtstag mitgebracht – gebraut von »Indipendent Family Brewers«, wie es in erhabener Schrift auf den Glasflaschen zu lesen ist. Und es war nicht schlichtes Ale, was mir Peter überreichte, es war die britische Antwort auf einen auch in Großbritannien seit Jahren anhaltenden Trend – weg vom traditionellen »Bier«.
Eines der Biere hörte auf den gewaltigen  Namen »Bombardier«. Es stellte sich auf dem Etikett in einer klaren Glasflasche als »Golden Ale« vor, »alive with English passion«. Es hat 4,7 Prozent Alkohol und einen smarten Hauch von Zitrus. In fast schwarzem Glas präsentierte sich dagegen das »Marston`s Oyster Stout« (Dark-Rich-Smooth, 4,5 % alc.), dessen Schaum an die hellbraune Krone eines Mokkas erinnert. Die Empfehlung des Brauers: Dieses Stout passt zur Auster und zum Schellfisch.

Das »Glencoe Premium« kommt aus Stirling in Schottland, ein Bier aus wildem Hafer (4,5 % alc.). Es nennt sich selbst ein »full boddied Stout«, ein vollmundiges Bier also. Zu Recht. Mit einem klassischen  Schokoladenaroma bleibt hingegen das »Brains Original Stout« (4.1 % alc.) in Erinnerung. Und der Brauer in Cardiff weist darauf hin, dass dieses Stout nicht nur mit Schellfisch harmoniert, sondern auch mit Schokoladenpudding!

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