Versicherungstipp Strenge Regeln beim Bargeld

Symbolbild (Bild: Fotolia)

An erfolgreichen Tagen nehmen Hotels und Gaststättenbetriebe große Bargeldbeträge ein. Diese lassen sich zwar versichern, entsprechende Verträge sind aber mit hohen Auflagen verbunden.

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Um Einnahmen sicher im Betrieb zu verwahren, besitzen viele Hoteliers und Gastronomen einen Safe. Doch auch hier gibt es einige Dinge zu beachten, denn Versicherungen stellen besondere Anforderungen. Liegt das Geld im Safe, ist nicht unbedingt alles sicher. Sie bewahren den Schlüssel an einem »unbekannten« Ort in Ihrem Büro auf, damit Mitarbeiter größere Bargeldbestände im Wertschrank ablegen können? Verboten! Wer den Schlüssel oder Code im gleichen Raum – auch wenn es ein Stahlschrank oder ein verschlossener Schreibtisch ist – verwahrt, muss mit einer empfindlichen Kürzung der Entschädigungsleistung rechnen. Wer mit hohen Beträgen agiert, sollte zudem auf die Bargelddeckungssumme in seinem Vertrag achten. Verschlossene Panzergeldschränke mit einem Mindestgewicht von 300 Kilogramm und eingemauerte Stahlwandschränke mit mehrwandiger Tür bieten häufig Entschädigungsgrenzen bis 25.000 Euro, in Behältnissen oder Automaten, die erhöhte Sicherheit bieten, sind Beträge bis 2.500 Euro versichert. Diese müssen aber gegen Wegnahme gesichert werden. Eine Prüfung ist hier also dringend erforderlich.

Auch das Geld Ihrer Gäste kann unter bestimmten Bedingungen gegen Diebstahl versichert werden. Trifft den Hotelier am Verlust kein Verschulden, so haftet er nach Paragraph 702 BGB (sogenannte Gefährdungshaftung) mit 800 Euro. Handelt der Hotelier schuldhaft, besteht unbeschränkte Haftung. Bei Übernachtungsgästen tritt in beiden Fällen und unter bestimmten Bedingungen die Betriebshaftpflicht ein. Für Wertsachen im Zimmersafe sind je nach Vertrag und Art des Safes höhere Entschädigungssummen möglich. Gäste, die nur ins Restaurant kommen, müssen allerdings vorsichtiger sein. Sie sind selbst für ihr Bargeld verantwortlich, wenn sie es nicht gerade dem Gastronomen zur Verwahrung übergeben. Ein einfacher Diebstahl, etwa durch einen Trickbetrüger, ist nicht versichert. Bei einem Raub, also einer Bedrohung durch Dritte, könnte die private Hausratversicherung des Gastes greifen.

Die Haftung für Bargeld und Wertsachen Ihrer Mitarbeiter ist in der Betriebshaftpflicht meist ausgeschlossen. Schutz bietet nur die Hausratversicherung des Angestellten im Rahmen der Außenversicherung. Zu beachten ist, dass der Einbruchsdiebstahl gemäß Versicherungsbedingungen erfüllt sein muss. Trotzdem Vorsicht: Für Bargeld gibt es nur sehr geringe Entschädigungsgrenzen

[Versicherungstipp]
Lassen Sie Ihren Safe vom Versicherer klassifizieren und sich die Entschädigungsgrenze schriftlich bestätigen. Reichen die Entschädigungsgrenzen Ihrer Verträge nicht aus, sollten Sie individuelle Vereinbarungen mit dem Versicherer treffen.

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