Versicherungstipp Die richtige Vorsorge bei Sturmschäden

Stürme und Hagel verursachen laut Naturgefahrenreport 2018 des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft in Deutschland 85 Prozent aller Versicherungsschäden. 2017 mussten die Versicherer zwei Milliarden Euro zur Regulierung der entstandenen Schäden aufwenden. Aber wer bezahlt was? Und wann fließt kein Geld?

Experten empfehlen bei der Bestandsaufnahme nach einem Sturm zwischen eigenen Schäden und Schäden Dritter zu unterscheiden. Hat ein Orkan das eigene Dach beschädigt, ist bei einer bestehenden Gebäudeversicherung die Lage eindeutig. Bei Außenanlagen ist zu prüfen, was unter „versicherten Sachen“ definiert ist. Sind beispielsweise Bäume und Markisen eingeschlossen?

Bei Bäumen gibt es in den Verträgen besondere Formulierungen: Wenn nur umgefallene Bäume im Versicherungsschutz eingeschlossen sind, so muss der betroffene Bestand durch den Sturm entwurzelt oder knapp über dem Boden abgebrochen sein. Bäume, deren Kronen gespalten sind oder die nur einzelne Äste verloren haben, muss der Besitzer auf eigene Kosten zurückschneiden oder fällen.

Schäden Dritter

Bei Schäden, die Dritte körperlich oder bei ihrem Eigentum erleiden, springt die Haftpflichtversicherung ein. Sie zahlt nicht nur bei gerechtfertigten Ansprüchen, sondern wehrt auch ungerechtfertigte Ansprüche ab. Entwurzelt ein Sturm beispielsweise einen gesunden Baum, der ein darunter geparktes Auto beschädigt, kann der Fahrzeugbesitzer lediglich seine Kfz-Versicherung einschalten. Durch höhere Gewalt besteht keine Haftung für den Baumbesitzer. Wichtig: Wer mehrere Grundstücke hat, sollte diese bei seiner Betriebshaftpflicht angeben.

Von Fahrlässigkeit zu Vorsatz

Um mögliche Haftungsrisiken auszuschließen, sollten Baumkronen und Stämme einer jährlichen Sichtprüfung unterzogen, totes Material entfernt und Äste zurückgeschnitten werden. Besteht eine Vorschädigung des Baumes, ist es mindestens fahrlässig (aber versichert), den Baum nicht zu pflegen. Existiert bereits eine behördliche Auflage oder ist eine Vorschädigung bekannt, kann im Schadensfall das Nichthandeln als Vorsatz ausgelegt werden.

Versicherungstipp

Prüfen Sie, ob Ihre Haftpflichtversicherung alle Grundstücke enthält, die Ihrem Betrieb angerechnet werden können. Zusätzlich sollten Sie checken, welche Bestandteile Ihres Grundstücks in Ihrer Gebäudeversicherung versichert sind. Lassen Sie außerdem Ihre Bäume regelmäßig pflegen.

Autor: ALEXANDER FRITZ (B. A. Versicherungswirtschaft) ist Geschäftsführer der Fritz & Fritz Risikoberatung UG (Margetshöchheim). Er ist auf Risikomanagement- Konzepte und Pakete zur Unternehmensabsicherung für die Hotellerie spezialisiert.

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