Karriere - InterviewVerhandlungsspielräume erkennen

Die “Große Gehaltsstudie Hotellerie 2013” der BBE media und der Personalberatung Konen & Lorenzen gibt Auskunft über Verdienstmöglichkeiten in der Hotellerie. Nach der Premiere von 2009 ist nun eine Neuauflage erschienen. Top hotel sprach mit Peter Rath, Vergütungsexperte von BBE media, über sich abzeichnende Gehaltstrends und die Vorteile der Umfrage für Hotelmitarbeiter.

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Tophotel: Wie entstand die Idee zur “Gehaltsstudie Hotellerie”?

Peter Rath: Zunächst zur Klarstellung: Bei beiden Werken (2009 und 2013) handelt es sich nicht um Studien im engeren Sinn. Ein entscheidender Grund für die erste Umfrage war die Feststellung, dass es bis zu dem Zeitpunkt keinen umfassenden Überblick über die Vergütungsstrukturen von Beschäftigten aller Hierarchiestufen der Hotellerie gab. Die Nachfrage war aber groß, wie die Mitarbeiter der Personalberatung Konen & Lorenzen aus ihrer Beratungspraxis wussten. Ein Hauptproblem: Die Frage nach der Gehaltshöhe lässt sich für keinen Beruf im Hotelbereich pauschal beantworten. Es gibt zu viele unterschiedliche Einflussfaktoren wie Größe und Art des Hotels, Bundesland, Wettbewerbsumfeld, Anforderungen an die Position, die die Höhe der Vergütung mitbestimmen. Aus diesem Grund wurde ein Fragenkatalog entwickelt, der die wesentlichen Einflussfaktoren umfasste. Die Antworten wurden strukturiert geordnet und nach differenzierten Kriterien ausgewertet. Das Ergebnis ist in der ersten Studie dokumentiert worden.

Tophotel: Wie kam es zur zweiten Auflage?

Rath: Da in der Folgezeit immer wieder Anfragen nach einer Neuauflage sowohl bei Konen & Lorenzen als auch bei uns eingingen, wurde die zweite Studie aufgelegt. Basis war wieder eine groß angelegte Umfrage. Dass das Thema von bedeutender Relevanz ist, zeigt die Tatsache, dass die Teilnehmerzahl (rund 3500) um ein Drittel höher war als beim ersten Mal.

Tophotel: Können Sie den Inhalt kurz zusammenfassen?

Rath: Es ist gelungen, die gesamte Bandbreite der Verdienstmöglichkeiten von 76 unterschiedlichen Berufen im Hotelgewerbe in elf Tätigkeitsbereichen transparent darzustellen. Ein zentrales Ergebnis lässt sich aufgrund der Erhebungsform nicht herausstellen.

Tophotel: In welchen Bereichen gab es signifikante Veränderungen zur ersten Umfrage von 2009? Welche Trends sind erkennbar?

Rath: Signifikante Änderungen gab es nicht. Die Bezüge sind generell höher als 2009. Die Steigerungen bewegen sich im Bereich von im Durchschnitt rund einem bis knapp neun Prozent. Einige wichtige Trends sind:
• In den südlichen Bundesländern wird regelmäßig mehr verdient als in den nördlichen. In den alten Bundesländern wird besser bezahlt als in    den neuen.
• Die Höhe der Bezüge hängt auch von der Betreiberform des Hotels ab. In der oberen Führungsebene tätige Mitarbeiter werden in der Kettenhotellerie tendenziell höher entlohnt als in Privathotels. Auf der mittleren und unteren Ebene sind die Bezüge aber eher angeglichen.
• Die Größe des Hotels hat Einfluss auf die Höhe der Vergütung. Die Bezüge steigen tendenziell mit der Zahl der Beschäftigten an.
• Die Ausbildung hat ebenfalls Einfluss auf die Höhe der Gehälter. Teilnehmer mit einer Ausbildung zum Hotelkaufmann haben nicht nur sehr gute Chancen auf Spitzenpositionen. Sie verdienen im Durchschnitt auch am besten.
• Ein erfolgreich abgeschlossenes Universitätsstudium ist eine solide Basis für eine qualifizierte Tätigkeit im Hotelgewerbe. Das zahlt sich zumindest bei Tätigkeiten in Führungspositionen in barer Münze aus.
• Eine langjährige Berufserfahrung schlägt sich im Regelfall ebenfalls in höheren Bezügen nieder.
• Eine langjährige Anstellung bei einem Arbeitgeber führt nicht zwingend zu höheren Bezügen. Das gilt im Prinzip für alle Ebenen.

Tophotel: Welche Vorteile bringt die Gehaltsstudie Personalverantwortlichen und Hotelmitarbeitern?

Rath: Die Ergebnisse zeigen die möglichen Verhandlungsspielräume auf. Personalverantwortliche erkennen, inwieweit sich die aktuelle Vergütungspolitik in einem marktgerechten Rahmen bewegt. Auch bei für das Unternehmen wichtigen Positionen lässt sich feststellen, ob das Angebot einer Bezahlung im tariflichen Rahmen konkurrenzfähig ist.

 

Info: Peter Rath und Benedikt Fabian
Große Gehaltsstudie Hotellerie 2013
BBE media GmbH & Co. KG
244 Seiten • 289 €
ISBN 978-3-944204-01-7
Die Studie ist erhältlich unter www.bbe-media.de.

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