Buchungsportale VIR reagiert auf Kritik vom Bundeskartellamt

Mit einer mehrseitigen Stellungnahme hat der der Interessenverband der digitalen Touristik (VIR) auf die Ergebnisse einer Sektoruntersuchung zu Internet-Vergleichsportalen des Bundeskartellamts reagiert. VIR-Vorstand Michael Buller kann unter anderem die grundsätzliche Einstufung von Buchungsportalen als Vergleichsportale nicht nachvollziehen.

Stellvertretend für den Verband begrüßt Michael Buller gegenüber dem Bundeskartellamt die insgesamt positive Bewertung der Sektoruntersuchung bezüglich der Vorteile der digitalen Reiseportale für die Verbraucher sowie die Schlussfolgerung, dass Bewertungen auf Reiseportalen, die auf realen Erfahrungen beruhen, einen Mehrwert für die Verbraucher bieten. Der VIR-Vorstand betont jedoch zugleich, dass einige Bedenken des Bundeskartellamts nicht nachvollzogen werden können.
Hierzu gehört zum einen die grundsätzliche Einstufung von Buchungsportalen als Vergleichsportale. „Es gibt große Unterschiede bezüglich des Geschäftsmodells, der Ausrichtung und des Angebots“, beteuert Michael Buller. Zugleich weist er im Namen des Verbands den Hinweis der Sektoruntersuchung zurück, wonach der Unterschied zwischen OTAs und Metasearchern für die Verbraucher nicht ersichtlich und sogar irreführend ist. „OTAs werben zu keinem Zeitpunkt damit, einen Vergleich von allen verfügbaren Leistungen anzubieten und somit den kompletten Markt abzudecken, während Metasearcher einen Marktüberblick bieten möchten“, bekräftigt der VIR-Vorstand. Zugleich fordert er das Bundeskartellamt auf, diese Unterscheidung den mündigen Verbrauchern zuzutrauen und sie zugleich im Abschlussbericht der Sektoruntersuchung zu berücksichtigen.
Hintergrund: Das Bundeskartellamt hatte Im Dezember mitgeteilt, verbraucherrechtlichen Handlungsbedarf bei Vergleichsportalen zu sehen. Die Untersuchung zahlreicher Vergleichsportale aus den Dienstleistungsbereichen Reisen, Energie, Versicherungen, Telekommunikation und Finanzen hatte den Verdacht auf Verbraucherrechtsverstöße in einigen Punkten erhärtet.
Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes: „Es fehlt oft an einer Aufklärung der Verbraucher darüber, wie die Reihenfolge der Suchergebnisse und die Empfehlungen der Vergleichsportale im Einzelnen zu Stande kommen. Dies kann zu Fehleinschätzungen der Verbraucher führen. So werden bei Versicherungsvergleichen zum Teil wichtige Anbieter nicht einbezogen. Anbieter von Hotelzimmern können sich Listenplätze auf Hotelplattformen erkaufen. Und mitunter deckt ein Portal weniger als 50 Prozent der im Markt befindlichen Angebote ab. “