Untersuchung von Savills zu Serviced ApartmentsLange Aufenthaltsdauer als Vorteil in der Krise

Savills prognostiziert, dass die Bedeutung von Serviced Apartments nach der Krise weiter steigen wird. (Bild: Mangostar - adobe istock)

Ein Teilsegment des Hotelmarkts konnte bislang laut dem Immobiliendienstleister Savills trotz der Restriktionen und Reisebeschränkungen durch die Corona-Pandemie vergleichsweise gute Ergebnisse erzielen: die Serviced Apartments. Das Unternehmen hat untersucht, wie sie sich in der Krise entwickeln.

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Bereits vor Coronakrise konnten Serviced Apartments bei der Entwicklung der Leistungskennzahlen die klassischen Hotels übertrumpfen, so ein Ergebnis. Der RevPAR stieg in London seit 2014 kontinuierlich um 3,9 Prozent pro Jahr. In den vergangenen drei Jahren lag der Anstieg sogar bei 5,2 Prozent. Ein anderes Bild zeigt sich hingegen bei den Hotels. Hier nahm der RevPAR durchschnittlich lediglich um 2 Prozent jährlich zu.

Gleiches gilt für die Belegungsraten. Während in Londoner Serviced Apartments im ersten Quartal 2020 Auslastungsquoten von durchschnittlich 61,8 Prozent erzielt wurden, erreichte die klassische Hotellerie 59,4 Prozent. Dabei handelt es sich zwar um marginale Unterschiede. Laut Savills stehen sie aber repräsentativ für eine stetige Entwicklung, die sich nach Erholung des Tourismusgeschehens fortsetzen dürfte. Die Aussichten seien zwar zunächst trüb, eine Erholung sei aber für 2022 in Sicht.

Höhere Planungssicherheit und Auslastung

„Die Pandemie fungiert als Prüfstein der Beherbergungsbranche und hat flächendeckend die Belegungszahlen aller Segmente im Hotelsektor beeinflusst. Dennoch zeigen sich Serviced Apartments als Hybrid zwischen Hotel und Wohnen relativ resilient. Ausschlaggebende Gründe hierfür sind die Vielschichtigkeit der Gastprofile und der Fokus auf Long-Stay-Gäste“, betont Ann-Katrin Kaiser, Associate Director Investment EMEA Hotels bei Savills in Frankfurt. Die längere Aufenthaltsdauer ermögliche den Betreibern ein gewisses Maß an Planungssicherheit sowie langfristige Einkommensströme. Sie resultiere außerdem in einer höheren Auslastung während der Kontakt- und Reisebeschränkungen.

Der Aufschwung von Serviced Apartments macht sich insbesondere in den Top 10 der europäischen „Gateway Städte“ bemerkbar: Schätzungsweise 7,9 Prozent aller Übernachtungen entfallen laut der Studie hier auf das Segment. Hotels dominieren zwar mit 84,9 Prozent Marktanteil. Jedoch können Serviced Apartments bereits mit Plattformen wie Airbnb mithalten. In einigen Metropolen, darunter Frankfurt und München, sind Serviced Apartments mit Anteilen von über 13 Prozent am Gesamtangebot besonders stark vertreten. In Amsterdam und Madrid ist ihr Marktanteil hingegen vergleichsweise niedrig.

„Der überschaubare Bestand in den europäischen Schlüsselmärkten verhindert zwar noch große Transaktionsvolumina, die Nachfrage unter Investoren ist jedoch hoch. Wir rechnen im weiteren Jahresverlauf damit, dass noch eine Reihe von Transaktionen abgeschlossen werden”, sagt Richard Dawes, Director EMEA Hotels bei Savills. Aufgrund der überdurchschnittlichen Auslastung und den vergleichsweise geringen Betriebskosten würden Serviced Apartments auch zukünftig ihre Profitabilität unter Beweis stellen. Zusammen mit langfristig guten Fundamentaldaten würden sie Investoren daher eine attraktive Kapitalanlage bieten. Im Jahr 2019 lag das europaweite Transaktionsvolumen bei 551,2 Millionen Euro und damit um 16,6 Prozent über dem Fünf-Jahres-Durchschnitt.

 

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