Umsatzzahlen Design Hotels AG meldet Mai-Minus von 99 Prozent

Einen Einblick in die derzeitige Geschäftslage hat die Design Hotels AG gewährt. Demnach rechnet das Unternehmen in 2020 mit einem Umsatzrückgang von über 60 Prozent – auch deshalb, weil aktuell noch 215 der 334 Mitgliedshotels geschlossen sind. Auch im kommenden Jahr werden die Einnahmen wahrscheinlich um 30 bis 40 Prozent unter dem Niveau von 2019 liegen.

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Die Design Hotels AG hat es aufgrund der erheblichen negativen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie für angebracht gehalten, den Aktionären zur Jahresmitte ein Update über den Geschäftsverlauf und die Ergebnisentwicklung vorzulegen. Demnach wurden die Mitgliedsbetriebe der Marke Design Hotels in den vergangenen Wochen und Monaten mit einem beispiellosen Umsatzrückgang konfrontiert. Dies wiederum hatte einen großen Einfluss auf die Einnahmen, die Design Hotels aus Transaktionsgebühren sowie Marketing- und Beratungsdienstleistungen erzielt. Die bisher heftigsten Auswirkungen waren im Mai zu verzeichnen: In diesem Monat ging der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um etwa 99 Prozent zurück. Für das gesamte Geschäftsjahr rechnet das Unternehmen nun mit einem Umsatzrückgang von über 60 Prozent, wobei der größte Teil des Jahresumsatzes innerhalb des ersten Quartals, also vor den Auswirkungen der Pandemie, verbucht wurde.

Bescheidener Aufschwung

Ende Mai waren die wöchentlichen Buchungen über die Systeme von Design Hotels gegenüber dem Vorjahr um etwa 90 Prozent zurückgegangen. Obwohl seither eine allmähliche und bescheidene Verbesserung zu verzeichnen sei, blieb das Buchungsaufkommen bis Mitte Juni gegenüber vergleichbaren Zeiträumen um rund 76 Prozent zurück.

Aktuell sind 215 der 334 der Mitgliedshotels geschlossen. Das Unternehmen erwartet eine schrittweise Wiedereröffnung im Verlauf der kommenden Monate, wenn einzelne Länder ihre jeweiligen Reisebeschränkungen lockern. Zum jetzigen Zeitpunkt sei es jedoch nicht möglich, zu prognostizieren, wie viele der Mitgliedshotels wieder öffnen werden, selbst wenn dies zulässig wäre.

Angesichts des signifikanten Rückgangs der Einnahmen hat die Gesellschaft drastische Maßnahmen zur Kostensenkung ergriffen. So hat Peter Cole, CEO von Design Hotels für den Rest des Jahres eine Gehaltskürzung von 60 Prozent vorgenommen. “Wir werden auch weiterhin innerhalb der gegebenen Einschränkungen und mit den vorhandenen Liquiditätsreserven agieren. In der Zwischenzeit haben wir unsere Kostenbasis bereits erheblich angepasst und werden auch weiterhin alle Aktivitäten kontinuierlich auf den Prüfstand stellen”, so Cole. Design Hotels verfügt derzeit über ein liquide Mittel in Höhe von etwa 12,7 Millionen Euro, die zur Finanzierung des laufenden Betriebs verwendet werden. “Angesichts der derzeitigen Wirtschaftslage bleibt der Zugang zu zusätzlicher Liquidität unsicher”, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung.

Rückkehr zum Niveau von 2019 erst in einigen Jahren

Als Ergebnis der Anstrengungen zur Kostensenkung hat Design Hotels seine Verluste begrenzt. Dennoch rechnet die Gesellschaft derzeit für das Gesamtjahr 2020 mit einem negativen EBITDA von 1,4 Millionen Euro und einem negativen EBT von 2,0 Millionen Euro.

Das Unternehmen geht davon aus, dass die Erholung allmählich und langsam erfolgen wird. Es sei damit zu rechnen, dass die Einnahmen im Jahr 2021 gegenüber 2019 wahrscheinlich um 30 bis 40 Prozent zurückgehen werden. Eine Rückkehr zum Niveau von 2019 bei Umsatz und Rentabilität wird erst in einigen Jahren erwartet.

 

 

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