Hotelaktien 5.2013Turbulente Märkte

Störungen an den internationalen Kapitalmärkten gehen von den Rohstoffmärkten aus: Zunächst geriet der Goldpreis unter Druck, später gingen auch andere Rohstoffpreise auf Talfahrt. An den Aktienmärkten waren die negativen Auswirkungen überschaubar. Pessimisten deuten die Schwäche der Rohstoffpreise als Signal für drohendes Übel in der Weltwirtschaft – bis jetzt waren sie meist ein verlässlicher Indikator der konjunkturellen Entwicklung.

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Vor allem die Schwäche Europas gilt als größte Gefahr für die Stabilität der Weltwirtschaft. Auch in den USA gibt es Sorgen um die Konjunktur. Und die VR China kann längst nicht mehr an die erwarteten Wachstumszahlen anknüpfen. Dass die wirtschaftliche Situation schwierig bleibt, zeigen Turbulenzen an den Finanz- und Rohstoffmärkten; diese schwappten auch auf die Aktienbörsen über, sodass Analysten und Ökonomen Sorgen vor einer länger anhaltenden Konjunkturschwäche äußerten. Denn wenn es die Regierungen mit dem Abbau der hohen Verschuldung ernst meinen, dürfte ein großer Teil der staatlichen Nachfrage wegfallen.

Deutschland & Europa

In Deutschland hat sich das konjunkturelle Bild deutlich eingetrübt. So haben die Unternehmen des Gastgewerbes nach Angaben von Destatis im Februar 2013 nominal 0,4% und real 2,5% weniger umgesetzt als im Februar 2012. Im Vergleich zum Vormonat lag der Umsatz im Februar 2013 kalender- und saisonbereinigt nominal 0,3 % und real 0,4% höher. Der Umsatz im Beherbergungsgewerbe war nominal 0,7% und real 3,3% niedriger als im Vorjahresmonat.

Die ökonomischen Fragezeichen Europas kommen auch in Warnungen der Flughafenbetreiber zum Ausdruck. Vertreter des Flughafenverbandes ADV forderten verlässliche politische Rahmenbedingungen. Verbandschef Ralph Beisel sagte, die deutschen Flughäfen hätten den schlechtesten Jahresstart seit der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2009 erlebt. In den ersten beiden Monaten dieses Jahres wurden 3,6% weniger Passagiere gezählt. Bei der Luftfracht ergab sich ein Rückgang um 0,3%.

Positive Kunde hat das Management der zur Lopesan-Gruppe gehörenden IFA Hotel & Touristik für die Aktionäre des Unternehmens. Der Jahresgewinn für 2012 wird voraussichtlich 7,5 Mio € (nach 6,3 Mio €) betragen. Das ist zum einen durch das gute operative Ergebnis und zum anderen durch das deutlich verbesserte Finanzergebnis zu erklären. Für den Einzelabschluss der IFA rechnet der Vorstand mit einem Jahresüberschuss von circa 11,3 Mio € (nach 3,4 Mio €) und einem Bilanzgewinn von 1,9 Mio €. Das Ergebnis wird – wie im Vorjahr – im Wesentlichen durch die Beteiligungserträge der Tochtergesellschaften bestimmt.

Visionäre Unternehmen aus der Touristik nutzen die Konjunkturschwäche, um Lücken auszufüllen und die eigene Marktposition zu stärken. So auch die REWE-Gruppe, die ihre Touristiksparte mit der neuen Dachmarke »DER Touristik« neu positioniert hat. Der Konzern hält dabei allerdings an seinen Reiseveranstaltern und Marken ITS, Jahn Reisen, Tjaereborg, Dertour, Meier’s Weltreisen und ADAC Reisen fest; diese treten jedoch künftig gemeinsam unter dem Dach »DER Touristik« auf.

»Der Trend des ersten Quartals – widersprüchliche Signale in Europa und zufriedenstellende Resultate in den Schwellenländern – dürfte sich weiter fortsetzen«, heißt es bei Accor. Da die Gesellschaft rund 70% ihrer Umsätze in Europa erzielt, wirken die ökonomischen Probleme auf dem Kontinent stärker auf das Gesamtergebnis der Gruppe als bei internationalen Konkurrenten wie Marriott, Hilton oder Starwood. Deshalb fährt die Gruppe in Europa ein Kostensparprogramm. In den ersten drei Monaten 2013 lag der Umsatz um 0,1% niedriger bei 1,227 Mrd €.

Portugal will Touristen anlocken und zugleich Maßnahmen zur Beendigung der Rezession einleiten. Rund 9,5% des Bruttoinlandsprodukts entfallen nach Angaben der Regierung auf den Tourismus-Bereich. Mit einer Investitionssumme von circa 92 Mio € soll daher an der Alejento-Küste südlich von Lissabon das Herdade da Comporta Resort entstehen und von der Amanresort-Gruppe betrieben werden.

InterConti hat das London Park Lane für 301,5 Mio Pfund Sterling an eine Tochtergesellschaft der Constellation Hotels Holding veräußert. Der Fokus solle stärker auf den Betrieb von Hotels sowie auf die Stärkung der eigenen Marken und damit weniger auf den Besitz von Hotelimmobilien ausgerichtet werden, hieß es.

»Das ist ein weiteres Zeichen für unsere profitable Wachstumsstrategie in den Schwellenländern, in Russland und in Afrika«, sagte Wolfang M. Neumann, Präsident und Vorstandsvorsitzender von Rezidor, zu den jüngsten Eröffnungen in Mosambik und Moskau. Auch wurden 2013 in Göteborg, Amsterdam und Dortmund neue Hotels eröffnet; damit verfügt die Gruppe über 336 Häuser mit 74.000 Zimmern.

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