Trotz begrenztem Produktangebot Der Hotelinvestmentmarkt profitiert auch 2020 von hoher Nachfrage

Der Immobilienberater Christie & Co geht von einer starken zweiten Jahreshälfte bezüglich Hotelimmobilien-Invests in Österreich aus. (Bild: Pixabay/Free Photos)

Der deutsche Hotelinvestmentmarkt konnte 2019 ein Transaktionsvolumen von knapp über 5 Milliarden Euro verzeichnen und hat damit zum zweiten Mal die 5-Milliarden-Marke überschritten. Das Ergebnis liegt um 25 Prozent über dem ruhigen Vorjahr. Was waren die größten Deals?

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Mehrere große Portfoliotransaktionen konnten 2019 registriert werden, die sich zusammen auf fast 1,4 Milliarden Euro summierten – nachdem in 2018 nur rund 650 Millionen Euro verbucht wurden. Entsprechend stieg der Portfolioanteil von 16 auf 27 Prozent, womit der fünfjährige Durchschnitt jedoch noch nicht erreicht wurde.

Das größte Portfolio bestand aus elf europäischen Hotels, die Axa Investment Managers von Principal Real Estate übernahm. Das seinerzeit noch von Internos Global Investors zusammengestellte Portfolio wechselte für 533 Millionen Euro den Besitzer. Der schwedische Hotelinvestor Pandox war mit drei Portfoliotransaktionen ebenfalls sehr aktiv, wobei alleine von der HR Group in zwei Deals zehn Hotels übernommen wurden. Insgesamt kauften die Schweden für fast 500 Millionen Euro auf dem deutschen Hotelmarkt ein.

Nachdem bis zum dritten Quartal kaum Großdeals verzeichnet werden konnten, summierten sich Einzeltransaktionen nach einer Jahresendrallye auf fast 3,7 Milliarden Euro. Damit wurde sogar das starke Vorjahr übertroffen, als 3,4 Milliarden Euro in Einzelobjekte flossen. An erster Stelle stand der Verkauf des The Squaire am Frankfurter Flughafen. AGC Equity erwarb das Objekt für ein Konsortium des saudi-arabischen Fonds PIF und der südkoreanischen Hana Financial Investment von Blackstone, in dem auch zwei Hotels der Hilton-Gruppe untergebracht sind.

Ebenfalls ein Hilton-Hotel wechselte beim milliardenschweren Verkauf des Tucherparks in München den Besitzer, den die Commerz Real und der Projektentwickler Hines erworben haben. Die Commerz Real war noch bei drei weiteren Großdeals involviert: So kauften die Wiesbadener das Maritim Hotel Düsseldorf sowie den Hotelturm Four Terra in Frankfurt. Zugleich trennten sie sich vom Berliner Hotel de Rome.

Ausweichbewegungen in B- und C-Städte

„Das hohe Preisniveau veranlasst Investoren insbesondere in den TOP 7 zu umfassenderen Ankaufsprüfungen. Die Sorge vor Überkapazitäten an einigen Standorten führt dazu, dass die Preisentwicklung allmählich ausgereizt ist“, so René Schappner, Head of Hotel bei Colliers International. Dies spiegelt sich auch in den Spitzenrenditen wider: Im Jahresvergleich gaben sie noch einmal leicht nach und gingen zum Jahresende in eine Seitwärtsbewegung über. Ende Dezember notierte die Renditespanne der TOP 7 von 3,70 Prozent in München bis 4,40 Prozent in Berlin. In Düsseldorf und Stuttgart waren im Jahresverlauf erstmalig leichte Anstiege zu beobachten.

Folglich wird mehr Kapital in B- und C-Märkten investiert. 2,0 Milliarden Euro wurden im vergangenen Jahr außerhalb der TOP 7 investiert, der Marktanteil beläuft sich auf 40 Prozent. Bis zum dritten Quartal lagen die Märkte außerhalb der Metropolen sogar vorn. „Nichtsdestotrotz werden Objekte in B- und C-Städten von Investoren besonders kritisch geprüft. Die Marktlage und das Wertsteigerungspotenzial können lokal höchst unterschiedlich ausfallen“, gibt Schappner zu bedenken. Größter Deal außerhalb der TOP 7 war das Tafelhof Palais in Nürnberg, das sich BMO Real Estate für über 230 Millionen Euro schnappte. In den Neubau ziehen die Marken Motel One und Leonardo Royal.

 

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