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Start Coronakrise Treugast-Ranking für Coronajahr 2020: Hotel-Umsätze brechen um 60 Prozent ein

Treugast-Ranking für Coronajahr 2020Hotel-Umsätze brechen um 60 Prozent ein

Die Corona-Pandemie hat die Hotellerie in diesem Jahr in eine massive Krise gestürzt. Die konkreten Ausmaße der wirtschaftlichen Folgen sowie die Planungen für das kommende Jahr hat die Treugast Solutions Group im Rahmen ihres Investment Rankings 2019/2020 untersucht. Besprochen wurde auch das Thema Mieten und Pachten. Die Ergebnisse finden Sie hier.

Vorab zum Vorgehen: Im Rahmen des Rating-Prozesses hat die Treugast Solutions Group eine Sondererhebung unter 32 Hotelgesellschaften in Deutschland erstellt. Die Daten wurden von Juli bis September 2020 erhoben und somit noch vor dem zweiten Teil-Lockdown, der im November 2020 in Krafttrat.

Umsatz bricht um 40 Prozent ein

Demnach mussten die befragten Gesellschaften in diesem Jahr einen Umsatzeinbruch von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr verkraften. Laut Schätzungen der Treugast belaufen sich die Umsatzeinbußen für das Gesamtjahr inklusive dem Teil-Lockdown ab November auf durchschnittlich circa 60 Prozent. Dass sich das teils katastrophale Ergebnis des Corona-Jahres 2020 im nächsten Jahr wiederholt, scheinen die Hotelgesellschaften nicht zu glauben. Alle planen mit Umsatzwachstum im Vergleich zum laufenden Jahr, zwei Drittel der Gesellschaften rechnen für 2021 sogar mit mehr Umsatz als 2019.

EBITDA-Ergebnis fällt durchwachsen aus

Das EBITDA-Ergebnis für das Gesamtjahr 2020 hätte sich gemäß den Prognosen auf minus zehn Prozent eingefunden, nach den erzielten Pachtreduktionen, jedoch vor dem zweiten Lockdown im November. Die Unterschiede sind allerdings innerhalb der Hotellerie sehr groß, erklärt Michael Lidl, Geschäftsführender Partner Ttreugast Solutions Group: „Betreiber in der Ferienhotellerie konnten einige Verluste im Sommer wieder kompensieren und verzeichneten vor dem zweiten Lockdown sogar zum Teil positive Erwartungen. Einige große Pachtgesellschaften rechneten hingegen bereits mit bis zu minus 80 Prozent EBITDA vom Umsatz des Jahres 2020. Die EBITDA-Planung für das kommende Jahr sieht wieder durchweg positiv aus, wenngleich sie sich auch auf einem sehr niedrigen Niveau bewegt.

Zum Thema Kurzarbeit

“Eine analoge Entwicklung nahm auch das in Anspruch genommene Kurzarbeitergeld in der Hotellerie. Während im Mai 2020 von den teilnehmenden Hotelgesellschaften noch rund 70 Prozent der Mitarbeiter und im Juni rund die Hälfte des Personals von Kurzarbeit betroffen war, war die Kurzarbeit für September nur noch mit 30 Prozent geplant. Im Dezember gingen die Hotelbetreiber von nur noch 25 Prozent Kurzarbeitern aus. „Bei unserer Erhebung zwischen Juli und September war der Lockdown im November noch nicht absehbar“, erläutert Moritz Dietl, Geschäftsführender Partner. „Es ist davon auszugehen, dass die Gesellschaften die Zahl der Kurzarbeiter angesichts der von der Regierung verordneten Schließungen wieder mindestens auf das Niveau vom Mai hochgefahren haben.“

Aufstockung des Kurzarbeitergeldes

Um Mitarbeitern in Kurzarbeit finanziell unter die Arme zu greifen, unterstützte ein Drittel der befragten Gesellschaften ihre Mitarbeiter mit einer Aufstockung des Kurzarbeitergeldes. Allerdings betraf das bei zwei Drittel davon nur einen eingeschränkten Personenkreis wie Auszubildende oder die Maßnahme war zeitlich befristet. Nur ein Drittel der Teilnehmer haben vor dem zweiten Lockdown das Kurzarbeitergeld uneingeschränkt auf mindestens 80 Prozent aufgestockt. Zwei Drittel der Gesellschaften verzichteten ganz auf diesen Schritt.

Dreiviertel der Betriebe nahm Staatshilfen in Anspruch

Die Bundesregierung hatte den von der Coronakrise betroffenen Betrieben Staatshilfen in Aussicht gestellt. Dreiviertel der befragten Gesellschaften haben zusätzliche Hilfen in Anspruch genommen. Davon haben 85 Prozent der Umfrageteilnehmer mindestens Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragt. Ein Viertel der Gesellschaften sah mit Ausnahme des Kurzarbeitergelds von einer Beantragung staatlicher Hilfen ab. Eine wesentliche Hilfe für die gebeutelte Branche stellten in diesem Jahr auch Miet- oder Pachtstundungen beziehungsweise -verzichte dar. Laut der Analyse wurden dieses Jahr mehr als 80 Prozent aller Verträge der Gesellschaften nachverhandelt.

20 Prozent der Jahresmieten 2020 gestundet

Im Ergebnis konnten durchschnittlich 20 Prozent der Jahresmieten 2020 gestundet und auf 16 Prozent ganz verzichtet werden. Insgesamt konnten dadurch im Durchschnitt etwa 36 Prozent der Jahrespacht oder -miete im Jahr 2020 reduziert werden. Damit einher gingen allerdings oftmals Zugeständnisse der Hotelgesellschaften wie Vertragsverlängerungen und zusätzliche Umsatz- oder Ergebnispachten. Somit steht eine Reduktion von durchschnittlich 4,2 Monatspachten einer Lockdownphase von knapp 2,5 bis drei Monaten gegenüber, sodass umgerechnet pro Lockdown-Monat etwa 1,5 Monatspachten in Form von Stundungen oder Verzichten erlassen wurden.

Miet- und Pachtzahlungen im Fokus des Virtual Talks

Die Fakten der Sonderauswertung des Investment-Rankings und die konkreten Folgen in der Praxis erörterten Moritz Dietl und Michael Lidl in der anschließenden Diskussion mit Otto Lindner, Vorsitzender Lindner Hotels AG und Vorsitzender des Hotelverbandes Deutschland (IHA), Martin Schaller, Leiter Asset Management Hospitality Union Investment, und Uwe Niemann, Leiter Markt Hotelfinanzierungen Deutsche Hypothekenbank. Einigkeit herrschte darüber, dass alle beteiligten Stakeholder gesprächsbereit bleiben müssen, um zu vernünftigen Lösungen zu gelangen. In der Experten-Runde wurden aber auch die unterschiedlichen Perspektiven auf die derzeitige Krise deutlich. Während viele Betreiber um ihre Existenz kämpfen, scheint der enorme Schaden bei Banken oder Investoren derzeit noch nicht angekommen zu sein. Obwohl im kommenden Jahr mit einer moderaten Insolvenzwelle zu rechnen ist, bringt der europäische und insbesondere der deutsche Hotelmarkt insgesamt beste Voraussetzungen mit, um die Krise zu meistern.

Den kompletten Mitschnitt des Virtual Talk finden Sie hier:

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