Trendtour durch Wien Inspirierende Hospitality-Konzepte

Das Restaurant „Motto“ ist bei Wienern seit Jahrzehnten eine beliebte wie bekannte kulinarische Adresse. Die Atmosphäre ist ausgelassen, stylish und ein wenig geheimnisvoll. (Bild: Motto/Laura Karasinski )

Eine Stadt, die alles hat: In Wien kommen luxusliebende Traditionalisten ebenso auf ihre Kosten wie Avantgardisten und rebellische Youngster. Nachwuchstalente der Hochschule München studierten bei einem Ortsbesuch inspirierende neue Hotelkonzepte. Ein Nachbericht von Laura Schmidt.

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Rosewood Vienna, Mooons und The Student Hotel – drei Häuser, eine Gemeinsamkeit: Sie stehen in den Startlöchern, den Wiener Hotelmarkt zu erobern. Dabei sind sie in guter Gesellschaft, denn zwischen 2008 und 2018 stieg die Anzahl der Hotels in der österreichischen Hauptstadt um mehr als zwölf Prozent. Das geht aus einer aktuellen Studie des Beratungsunternehmens und Spezialisten für Hotelimmobilien Christie & Co hervor. Soweit der Blick auf das, was den Wiener Hotelmarkt künftig erwartet.

23 Studierende der Hochschule München machten sich bei einer Exkursion ein Bild von aktuellen Beispielen in der Stadt. Gemeinsam mit ihren Lehrenden Professor Burkhard von Freyberg und Laura Schmidt besuchten sie Bezirke, die mit inspirierenden Konzepten und Immobilien aus der Hotellerie aufwarten, die ihre ganz eigenen Geschichten erzählen.
Beim Rundgang durch die Stadt stellten sie fest: Es ist das Ehrwürdige und zugleich Lässige, das Herrschaftliche gemeinsam mit dem immanenten „Grand“, das Visionäre in Harmonie mit dem Respekt vor der Geschichte, was Wien als Hotelstandort so beliebt macht. Das spiegelt sich auch in den neuen Hotelkonzepten wider, die besonders für den Hospitality-Nachwuchs spannend sind. Um tiefer in die Materie einzutauchen, besuchten sie nicht nur die Objekte, sondern betrachteten diese auch im Kontext des jeweiligen Bezirks.

Österreichische Postsparkasse

Das P.S.K.-Gebäude zählt zu den bekanntesten Jugendstilgebäuden der Stadt und zierte einst die Rückseite der 500-Schilling-Banknote. Während die Fassade nach den Plänen des Architekten Otto Wagner an einen Geldspeicher erinnern sollte, bildet der Kassensaal mit seiner Glas-Eisen-Aluminium-Konstruktion das Herzstück der knapp 115 Jahre alten Immobilie. Jetzt ist das Haus im Umbruch und soll künftig seiner neuen Aufgabe als Hotel gerecht werden.

Etagerie

Tür an Tür mit Urwienern leben Gäste der Etagerie, dem jüngsten Konzept der Macher des Grätzlhotels. Der Sozialbau in der Belvederegasse ist über zwölf Etagen mit Apartments in modern interpretiertem 50er-Jahre-Stil ausgestattet worden. Die Klingelschilder tragen die Namen früherer Bewohner. Erkennbar sind diese Apartments lediglich an ihren Fußmatten, die vom „E“-Logo der Etagerie geziert werden. Tür an Tür mit den Nachbarn schlüpfen die Gäste des Hauses schnell in die Rolle des originalen Grätzlbewohners.

SO/Vienna

Nach unlängst erfolgtem Rebranding begrüßt das SO/Vienna (vormals Sofitel) am Donaukanal seine Gäste in luxuriösem Avantgarde-Design mit Blick auf den Stephansdom. Lange Zeit war das Haus das einzige Luxushotel außerhalb des 1. Bezirks und strahlt nicht zuletzt deshalb einen selbstbewusst-rebellischen Charme aus. Architektonisch spielt Pritzker-Preis-Träger Jean Nouvel auf minimalistische Weise mit Wiens Wahrzeichen, dem Steffel, und den Farben Schwarz und Weiß.

Magdas Hotel

Das multikulturelle Flair der Leopoldstadt wird im Magdas zelebriert, nur wenige Gehminuten vom Prater entfernt. Mitarbeiter aus 14 Nationen, zahlreiche davon mit Fluchthintergrund, erzählen ihre individuellen Lebensgeschichten, sind täglich glückliche Gastgeber und machen damit das Projekt Magdas besonders. Gepaart mit modernem Upcycling-Design wird in 88 Zimmern und zwei F&B Outlets ein jung-urbanes, weltoffenes Wien erlebbar.

Andaz Vienna am Belvedere

Die Baustelle des Andaz Vienna gibt einen Einblick in die Phase kurz vor der Hoteleröffnung, die für März 2019 vorgesehen ist, und offenbart architektonische und städteplanerische Überlegungen. Kreative und moderne öffentliche Bereiche in Kombination mit Neuinterpretationen klassischer Wiener Traditionen korrespondieren mit der aufstrebenden Entwicklung des Quartiers Belvedere. Die Skybar im 16. Obergeschoß in 60 Metern Höhe setzt mit einem Ausblick auf ganz Wien und im Hygge-Stil neue Akzente im Bezirk Favoriten.

Hotel Schani Salon

Das Schani Salon empfängt seine Gäste im ersten Stock einer Jugendstilvilla. Inspiriert von großen Persönlichkeiten des Wiens der Moderne erzeugt jedes der 24 individuell gestalteten Zimmer eine besondere Atmosphäre. Die bekannte Pfiffigkeit des Schani am Hauptbahnhof bleibt dabei nicht auf der Strecke.

Bilder: Peter Barci, Abaca Corporate/Didier, Delmas, Signa, Hotel Schani Salon/ Gregor Hofbauer, Lucia Gistl, Monika Nguyen

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