Travelzoo-UmfrageJeder zweite Deutsche ist genervt vom Overtourism

Aufgrund der ansteigenden Touristenzahlen in beliebten Reisedestinationen würde laut Umfrage jeder zweite Deutsche ein alternatives Reiseziel wählen. (Bild: Shutterstock)

Mehr als die Hälfte aller deutschen Reisenden glaubt, dass die Anzahl der Touristen in den beliebten Reisedestinationen in den vergangenen Jahren signifikant angestiegen ist – und ist genervt davon. Das ergab eine Umfrage, die Travelzoo gemeinsam mit der Reisemesse ITB Berlin und dem Marktforschungsinstitut Norstat im Januar 2019 durchgeführt hat.

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Dass in den vergangenen fünf Jahren die Touristenzahlen an überbesuchten Reisezielen stark zugenommen haben, glauben 53 Prozent der 8.000 Befragten. 60 Prozent waren zudem von den Touristenströmen in ihren Ferienresorts genervt. Dieses Phänomen führe, so glauben 61 Prozent, zu stark überfüllten Stränden. 18 Prozent fürchten höhere Eintrittspreise und längere Wartezeiten an den Attraktionen (24 Prozent).

Die Hälfte der Urlauber favorisiert Ziele fernab von Touristenhochburgen

Jeder zweite deutsche Reisende (59 Prozent) würde auf ein alternatives Reiseziel ausweichen, zwei Drittel der Touristen (67 Prozent) auf eine andere Reisezeit, um den Urlaub in Ruhe genießen zu können. Jeder zweite Deutsche (65 Prozent) befürchtet zudem, dass die vielen Menschen die Natur am Ferienort schädigen könnten. 42 Prozent sorgen sich um die Folgen für die Bevölkerung vor Ort.

Auch die betroffenen Destinationen werden aktiv und kämpfen gegen die Touristenströme: Erste Regulierungsmaßnahmen hat die kroatische Touristenstadt an der Adria Dubrovnik kürzlich eingeführt, in der täglich nur noch zwei Kreuzfahrtschiffe anlegen dürfen. Auch Venedig zieht die Notbremse: Ab Mai werden Tagestouristen wahrscheinlich Eintritt bezahlen müssen, um die Stadt zu besichtigen.

Bis zu 1.000 Euro Extrabudget für einen ruhigen Urlaub

Die meisten deutschen Reisenden würden mehr Geld für ihren Urlaub investieren, wenn ihnen das eine ruhige Zeit abseits der Massen verschafft: Mehr als zwei Drittel (71 Prozent) wären bereit, bei einer einwöchigen Reise 200 Euro oder mehr zu bezahlen. Jeder Fünfte (20 Prozent) würde mehr als 500 Euro oder mehr ausgeben und immerhin 8 Prozent sogar 1.000 Euro oder mehr.

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