Food-KonzepteTraditions Reich

13. Persönlichkeit, Führung und Konsequenzen

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Tradition und Werte gehören zueinander. Mehr als in jeder anderen Form der Hotellerie erwarten die Menschen hier eine starke Persönlichkeit als Hotelier und Gastronom; geradlinig und dennoch voller Herzensgüte, mit Respekt gegenüber ­Gästen, Mitarbeitern und Partnern. Jemand, der seinen Mitarbeitern vermitteln kann, dass jeder seinen Beitrag zum Ganzen leistet, dass es klare Regeln gibt und Verstöße Konsequenzen nach sich ziehen. Eine Führungspersönlichkeit hat zugleich Vertrauen in die Fähigkeiten seiner Angestellten und motiviert sie. Mitarbeiter, die mit ­diesem Verständnis geführt werden, handeln im Sinne des Hoteliers. Und nebenbei: Ein gutes Betriebsklima ist enorm wirtschaftlich. Mitarbeiter arbeiten effektiv, sind selten krank, sind engagiert – auch über ihre Arbeitszeit hinaus –, sorgen für Gästezufriedenheit und höheren Umsatz.

14. Der richtige Trend und die richtige Lage

Alles Können und jede gute Absicht nützen nichts, wenn der Betrieb nicht die richtige Lage hat oder der Markt schon übersättigt ist. Das Angebot muss auf einen gewissen Bedarf treffen, oder es wird ­etwas geboten, was andere so nicht haben.

15. Ein Konzept braucht klare Regeln

Ein Konzept muss kalkulierbar sein. Gäste haben gewisse Erwartungen, die sie mit Tradition verbinden, haben eine Art »Drehbuch« im Kopf. Werden diese Drehbuchelemente gut getroffen, ist der Gast zufrieden. Es gibt also bewusste und unbewusste Regeln und Abläufe für die Inszenierung von Tradition. Natürlich macht es auch Spaß, ab und zu mit solchen Regeln spielerisch zu brechen; aber es muss auch als »spielerisches Element« zu erkennen sein. Andernfalls denkt der Gast, er ist »im falschen Film« – das macht ihn ­unsicher und er kommt nicht wieder.

16. Stolz sein und Spaß haben

Das Wichtigste ist der Stolz auf das, was man tut. Mit Geben kann jeder Gastgeber so viel glücklicher werden als mit Nehmen. Wer als Hotelier Freude an seinem Tun hat, überträgt dies auf seine Mitarbeiter. Die Gäste spüren das; sie fühlen sich wie bei Freunden und sind gerne zu Besuch.

Traditionshotel ganz modern

Ein überzeugendes Beispiel für ein Traditionshotel, das in Region, Landschaft und Kultur fest verankert und trotzdem ganz im Hier und Heute ist, ist das Hubertus Alpin Lodge & Spa in Balderschwang. Das Hotel ist seit zwei Generationen in der Familie und wird heute von Christa und Karl Traubel geführt. Im Jahr 2010 wurde eine Neuausrichtung auf Wellness vorgenommen und das Hotel grundlegend umgebaut. Heute umfasst es 66 Gästezimmer. Statt eines Restaurants gibt es sechs Gasträume (insgesamt 140 Plätze), alle von überschaubarer Größe und unterschiedlich gestaltet. Einer davon ist die urige »Bauernstube«, die im traditionellen Stil erhalten blieb. Dazu gibt es die Sonnenterrasse und den »Kuchl-Tisch«, an dem der Küchenchef persönlich serviert. »Das ­Hubertus steht als ›Zuhause auf Zeit‹, in dem die Natur des Allgäus und die herzliche Gastfreundschaft der Menschen in dieser Region eine tragende Rolle spielen. Zugleich ist es modern und klar, von der Architektur über das Design bis zur Gastronomie«, so Hausherr Karl Traubel. »Wir verbinden hohen Anspruch mit Bodenständigkeit und zeitgenössischen Elementen. Und sehr viel Nähe zum Gast.« Auch in der Gastronomie bringt das Hubertus seine Philosophie deutlich zum Ausdruck. Die Heimatverbundenheit wird durch die Verwendung regionaler Produkte unterstrichen, wobei Rezepturen und Anrichteweise an moderne Ernährungsvorlieben angepasst sind.

 

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