Tourismusstudie 2019 vom ZukunftsinstitutSehnsucht nach menschlichen Werten

Resonanz im Hospitality-Alltag: Wenn Gastfreundschaft im Kern der Unternehmenskultur steht, geht es nicht nur den Gästen gut, sondern auch den Mitarbeitern. (Bild: PointImages/Shutterstock.com)

Warum macht der traditionelle Tourismus die Menschen nicht mehr glücklich? Mit einem Plädoyer für den „neuen Resonanz-Tourismus“ rufen Trendforscher dazu auf, das zutiefst Menschliche wieder ins Zentrum der Reisebranche zu rücken.

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Die Auswüchse des Massentourismus prägen nicht nur die öffentliche Diskussion über den Tourismus. Auch innerhalb der Reisebranche herrscht Nachdenklichkeit: Warum sind die Menschen mit dem traditionellen Tourismus zunehmend unglücklich? Warum ist das Bedürfnis nach unmittelbarer Berührung mit Menschen und Dingen auch beim Reisen immer wichtiger geworden?

Vor diesem Hintergrund prägt das Zukunftsinstitut in einer aktuellen Trendstudie den Begriff des „Resonanz-Tourismus“. Die These: Der gesellschaftliche Wandel hin zu einer neuen „Wir-Kultur“ fordere und fördere auch im Tourismus „Resonanz-Erfahrungen“. Touristen wollten auf Reisen „berührt“ werden und in Beziehung mit der Umgebung treten. Dies erfordere eine neue Qualität des Tourismus, der den Blick auf menschliche Werte und Bedürfnisse richtet.

Die Studie analysiert, wie die Tourismusbranche „Resonanz-Erfahrungen“ ermöglichen kann, wie sich touristische Ökosysteme resonant weiterentwickeln müssen und warum Resonanz auch die beste Antwort auf den Fachkräftemangel ist. Auf dem Weg zum „Resonanz-Tourismus“, so die Trendforscher, seien die Akteure gefordert, nicht mehr nur in Produkten, Angeboten und Verkäufen, sondern in Resonanzen zu denken. Die Konsequenzen beschreibt die Studie in vier Schritten:

1. Angebot neu denken

Resonanz als transformative Erfahrung ist das Grundbedürfnis des Menschen in einer „wir-kulturellen“ Gesellschaft. Dieses Verständnis eröffnet der Tourismusbranche neue Handlungs- und Wertschöpfungsmöglichkeiten.

2. Destinationen neu denken

Kooperationen und „Fluid Spaces“ bilden die gestalterische Grundlage für das Ökosystem eines „Resonanz-Tourismus“. Anbieter müssen Antworten auf die Frage finden, welche Resonanzerfahrung sie und das gesamte (regionale) Ökosystem bieten können, in dem sich die Menschen rund um das jeweilige Angebot bewegen.

3. Fachkräftesicherung neu denken

Resonanz ist eine Schlüsselstrategie auch zur Sicherung der Fachkräfte im Tourismus. Mitarbeiter können Resonanz vor allem dann erfahren, wenn Hospitality im Kern der Unternehmenskultur steht. Wer Führung als Dienstleistung und seine Angestellten als Partner versteht, macht den „Resonanz-Unterschied“.

4. Logistik neu denken

Die „Seamless Journey“ (deutsch: nahtlose Reise) definiert sich über die Qualität der Reiseerfahrung als Ganzes, nicht bloß über die Technologie. Die Urlaubserfahrung fängt bereits bei der Buchung und der Anreise an. Wer schon dabei „Resonanz-Erfahrungen“ möglich macht, gibt auf die Wünsche der Menschen nach einem Reisen im Grundmodus der Resonanz die richtige Antwort.

Zur Studie

Die Studie „Resonanz-Tourismus“ des Zukunftsinstituts kann zum Preis von 225 Euro im Onlineshop des Instituts bestellt werden. Die Autoren der Studie sind Nils Egger, Harry Gatterer, Anja Kirig, Verena Muntschick, Nina Pfuderer, Christian Schuldt und Christiane Varga.

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