Tourismus Die Auswirkungen der Thomas Cook-Pleite auf die Branche

Thomas Cook Airline (Symbolbild) (Bild: Pixabay)

Das Vertrauen der Reisenden in Pauschalreisen ist durch die Thomas Cook-Insolvenz deutlich gesunken. Negativmeldungen wie die der zahlreichen spanischen Hotels, die scheinbar vor der Schließung stehen, verstärken das Misstrauen zusätzlich.

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Die Pleite des Touristikunternehmens Thomas Cook kann generelle Auswirkungen auf das Reiseverhalten der Deutschen haben. Laut einer aktuellen Ipsos-Umfrage hält nur etwas mehr als ein Drittel (36%) der Deutschen im Alter von 16 bis 75 Jahren, die in den letzten drei Jahren eine Pauschalreise unternommen haben, das Buchen bei anderen Veranstaltern für sicher.

Als Konsequenz planen 21 Prozent der Pauschalreisenden, ihren Urlaub in Zukunft verstärkt selbst zu organisieren. Sieben Prozent wollen generell weniger ins Ausland verreisen. Jeder Fünfte (21%) ist zwar verunsichert, hat sich aber noch keine konkreten Überlegungen zu künftigen Reisebuchungen gemacht. Unter den Pauschalreisenden, die in den letzten drei Jahren mit einem zum Thomas-Cook-Konzern gehörenden Unternehmen unterwegs waren, ist diese Verunsicherung noch deutlich größer (36%).

Insofern bleibt abzuwarten, ob andere Pauschalreisen-Veranstalter davon profitieren können, dass mit Thomas Cook ein bedeutender Wettbewerber vom Markt verschwinden wird.

Spanische Hoteliers unter Druck

In Spanien steigt derweil die Sorge um Hotels, die bis dato eine große Abhängigkeit zu Thomas Cook hatten. Mindestens 500 Hotels sind laut spanischer Hotel- und Touristikvereinigung vor allem auf den Kanaren und den Balearen betroffen und könnten vor der Schließung stehen. Grund: Wegen der Zahlungsunfähigkeit von Thomas Cook geht der Verband davon aus, dass Rechnungen in Höhe von über 200 Millionen Euro offen bleiben. Juan Molas, Chef des spanischen Hotelverbands mit 15.000 Mitgliedern, schätzt allerdings, dass die Außenstände des britischen Konzerns die derzeit angegebenen Summen noch deutlich übersteigen.

Nur wenn die spanische Regierung jetzt Gegenmaßnahmen ergreift, könnte den Schließungen laut Molas entgegengewirkt werden.

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