Toques d’Or zum „Kinderteller-Gipfel“ „Das geht am Problem vorbei“

Müssen es für die Kids immer Burger & Pommes sein? Eher nicht. (Bild: Pixabay)

Ende März trafen sich Dehoga-Vertreter und Ernährungsexperten mit Julia Klöckner, Ministerin für Ernährung und Landwirtschaft, zu einem „Kinderteller-Gipfel“ in Berlin. Eine Studie hatte ergeben, dass das Angebot für Kinder in der Gastronomie häufig zu fett, zu einfallslos und zu ungesund ist. Das Gastronomie-Netzwerk Toques d’Or will mit eigenen Ideen an der Diskussion partizipieren.

Als Ergebnis des Gipfels, will der Dehoga nun die Empfehlungen diesbezüglich überarbeiten, auch soll zukünftig ein verbesserter Austausch zwischen Ernährungsexperten, Eltern und Gastronomen stattfinden. Vorschriften soll es aber keine geben, man setzt auf freiwillige Initiativen.

Vertreter des Gastronomie-Netzwerks Toques d’Or trafen sich, um ebenfalls über das Thema zu diskutieren. Ernst-Ulrich Schassberger, President der Initiative, zeigte sich unzufrieden über die Ergebnisse, nannte sie wenig zielführend: „Der erhobene  Zeigefinger in Richtung Gastronomie ist nicht nur sehr einseitig, er bringt uns auch nicht weiter. Das geht am Problem vorbei!“. Er monierte zudem, dass die Studie Restaurantketten nicht berücksichtige. „Appelle und schöne Worte sind das eine, effektives Handeln das andere“, so Schassberger. Er erinnerte dabei an die jahrelangen Bemühungen seiner Initiative, Ernährung und Kochunterricht zum Pflichtfach zwei Jahre lang mit Benotung an Schulen der Bundesrepublik einzuführen.

Beispielgebend hierfür nannte er Finnland, wo dies schon länger sehr erfolgreich praktiziert wird. „Hier geht kein Jugendlicher von der Schule, der nicht in der Lage ist, bzw. Kenntnis besitzt sich selbstständig und vor allem vernünftig zu versorgen“.

„Wir bieten der Ministerin dabei nicht nur Ideen und nett gemeinte Aktionen an, sondern umsetzbare Konzepte“

Auch Toques d’Or-Chairman Uwe Steiniger aus Rheinland-Pfalz sieht nun die Politik am Zug: „Wenn wir wirklich etwas verändern wollen, ist das nicht die Aufgabe der Gastronomie vor Ort, sondern steht und fällt mit dem Gestaltungswillen der Politik. Viele Toques d’Or Kolleginnen und Kollegen engagieren sich bereits seit 1994 ehrenamtlich an Schulen, geben dort Geschmacksunterricht und Hilfestellung in punkto gesunder Ernährung. Bei Toques d’Or haben wir uns sogar dazu verpflichtet“.

In der Runde hielt man es letztlich mit einer alten Weisheit, die besagt, den Kindern jeden Tag einen Fisch zu braten, sei grundlegend falsch. Richtig hingegen, ihnen zu zeigen, wie man ihn fängt und zubereitet.

Die berufenen Toques d’Or Chefs, Maîtres und zertifizierten Restaurateure bieten daher weiterhin ihre Unterstützung an und laden nun ihrerseits Ministerin Klöckner zu einem Treffen ein. „Wir bieten der Ministerin dabei nicht nur Ideen und nett gemeinte Aktionen an, sondern umsetzbare Konzepte“, so die Runde unisono. „Was zählt, ist der Wille zur Veränderung, Worte wurden schon genug gewechselt“.

Hintergrund: Die Initiative Toques d’Or International setzt sich auf breiter Ebene für den Schutz, die Erhaltung und die Förderung von Lebensmitteln von Qualität und Herkunft mit seinem Netzwerk von Garantie-Fachbetrieben und berufenen Chefs und Maîtres ein und wurde als Bollwerk gegen Fastfood und Pfusch in der Nahrung gegründet. Ziel der Organisation ist es die traditionellen handwerklichen Erzeuger zu unterstützen, Qualitätserzeugnisse zu fördern, die kulinarischen Traditionen zu erhalten und den verantwortlichen Umgang mit Lebensmitteln durch die angeschlossenen zertifizierten Garantie-Fachbetriebe zu gewährleisten.