Tischkultur Wenn Standard zu wenig ist

Villeroy & Boch

Mit viel Fantasie und Kreativität setzen die Designer der Hotel & Restaurant Division von Villeroy & Boch in Luxemburg individuelle Kundenwünsche auf Porzellan um. Ein Blick hinter die Kulissen der Porzellan-Manufaktur.

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Zugegeben – etwas chaotisch scheint das Zimmer, in dem Isabelle Schosseler und Carlo Scholtes Tisch an Tisch arbeiten, auf den ersten Blick schon zu sein. Tassen, Teller, Farbpaletten und Ansammlungen von scheinbar wild zusammengetragenen Fotos und Papierschnipseln aus Zeitschriften. Möbel und Models, Lidschatten und Nagelack sind darauf zu sehen. »Für neue Entwürfe verfolgen wir eben auch Trends aus Mode, Design und Architektur«, erklärt Isabelle Schosseler die Bilder auf den sogenannten Moodboards. Selbst der Besuch der Möbelmesse »Salone del Mobile« in Mailand gehöre daher quasi zum Pflichtprogramm. Für Kunden, denen das Standardsortiment von Villeroy & Boch nicht reicht, entwerfen die beiden Mitarbeiter aus der Produkt-/Designentwicklung Hotel darüber hinaus ganz individuelle Designs. Etwa 500 dieser Custom Made Solutions (CMS) erhält die Hotel & Restaurant Division von Villeroy & Boch pro Jahr. Die Mindestabnahme beginnt bei 100 Teilen. Die Wünsche gehen dabei von dezenten Farbakzenten und Logo-Platzierungen bis hin zu extrem aufwendigen Mustern. Dabei kommt es durchaus vor, dass die Kunden zum Zeitpunkt der Anfrage noch keinerlei konkrete Vorstellung haben. »Wir bereiten dann mehrere Vorschläge zur Auswahl vor«, erklärt Carlo Scholtes das Vorgehen. »Das kann recht zügig geschehen, kann aber auch – wie beim Waldorf Astoria Jerusalem oder beim Emirates Palace – mehrere Male zur Abstimmung hin und her gehen und mehrere Wochen oder gar Monate dauern.« Dabei lassen sich die beiden oft durch das Interior Design des auszustattenden Outlets inspirieren – entweder durch Fotos oder direkt vor Ort, wo auch die jeweilige Kultur des Landes mit in die Ideen einfließen kann. Ebenso holen sie sich Anregungen für ihre Design-Entwürfe in der Geschichte eines Hauses, im Internet und in Büchern. Und so relativieren sich dann auch ganz schnell die vielen Bilder, Muster und Anschauungsobjekte im Büro der Designer.

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