Tipps: So funktioniert Brandschutz im Spa

Ein Feuer im Spa-Bereich kann nicht nur Gäste und das Personal bedrohen, sondern auch die wirtschaftliche Existenz des Hoteliers. Deshalb gilt es, sich wirkungsvoll abzusichern.

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Erst im August war es wieder so weit: „Flammen schlagen aus Kellerfenster! Saunabrand in Münchner Viersternehotel“ titelte eine Münchner Tageszeitung. 100 Feuerwehrleute mussten den Brand löschen, sieben Gäste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Solche Brände verursachen innerhalb weniger Minuten Schäden, die einen hohen finanziellen Aufwand mit sich bringen. Bei den Ursachen führen elektrische Defekte die Statistik an. Jedes dritte Feuer wird durch die elektrischen Anlagen ausgelöst. Regelmäßige Prüfungen vom Fachmann sind Pflicht und können die Risiken minimieren. Bei ortsfesten Geräten wird nach gesetzlichen und behördlichen Vorschriften eine Prüfung alle vier Jahre empfohlen, bei ortsbeweglichen alle sechs Monate – nach DGUV Vorschrift 3. Die Versicherer definieren teilweise abweichende Intervalle der Prüfung und fordern VdS-anerkannte Sachverständige als Prüfer.

Brandschutzprozesse organisieren

Nach der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) gibt es eine weitere Ursache für Brände: Sich selbst entzündende Handtücher und Laken. In Textilien befinden sich nach dem Waschen Rückstände von ungesättigten Fettsäuren. Unter bestimmten Voraussetzungen kann es dann zur Selbsterwärmung bis hin zur Selbstentzündung dieser Textilien kommen. Deshalb sollten Brandmelder im Wäscherei- und Wäschelagerbereich installiert sein.

Brandschutz sollte in die täglichen Routinen einfließen. So gehört eine Inspektion des Saunaofens vor der Inbetriebnahme genauso dazu wie das Entfernen von brennbaren Materialien rund um den Ofen. Der Sauna­betrieb sollte immer von Hand ein- und ausgeschaltet und die Räume sollten während der Aufheizphase kontrolliert werden. Die Installation eines Temperaturbegrenzers sorgt dafür, dass die Sauna sich nicht unkontrolliert aufheizen kann. Notabschaltungen oder Alarme sollten direkt zur ständig besetzten Rezeption erfolgen.
Wer einen Wellnessbereich betreibt, muss sich der Gefahren bewusst sein. Nicht alle lassen sich sinnvoll versichern. Deshalb sollte ein aktives Risikomanagement Gefahrenpotenziale massiv senken. Fachleute wie Brandschutz- und Versicherungsexperten sollten das Objekt begehen und Maßnahmen definieren, die das Risiko beherrschbar machen. Dazu gehören perfekt funktionierende technische Einrichtungen (Prüfung durch Elektrofachbetrieb mit Prüfprotokoll DIN 57100/VDE 0100 Teil 703) genauso wie klare Arbeitsanweisungen, Checklisten und die regelmäßige Überprüfung der Abläufe.

Autor: Alexander Fritz (B. A. Versicherungswirtschaft) ist Geschäftsführer der Unternehmergesellschaft Fritz & Fritz Risikoberatung in Margetshöchheim. Er ist auf Risikomanagement-Konzepte und Pakete zur Unternehmensabsicherung für die Hotellerie spezialisiert.

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