Sitzmöbel - Der Stuhl hat eine dominante RolleT(hr)on angebend

Vor allem wenn der Platz beschränkt ist, muss das Mobiliar gut durchdacht sein. Deshalb sollte man sich fragen: Welche Funktion erfüllt der Zimmerstuhl in meinem Hotel? Wenn er multifunktional genutzt wird, muss er hinsichtlich Modell und Design verschiedene Kriterien erfüllen. Drei »Stuhlexperten« erklären, worauf es ankommt.

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Wer setzt sich im Hotel eigentlich zum Lesen oder Fernsehen in den Sessel? Legen sich nicht die meisten Gäste einfach aufs Bett? Der Sessel dient dann allenfalls als Kleiderablage. Und zum Arbeiten steht ja ein dafür geeigneter Stuhl am Schreibtisch. In dieser Nutzungsweise erkennen sich bestimmt viele Gäste wieder. Nichtsdestotrotz gibt es auch genügend Menschen, die sich lieber in einen rückenfreundlichen Stuhl setzten, statt sich aufs Bett zu lümmeln. Ganz aus dem Hotelzimmer verbannen kann man ihn also nicht, den Lese- und Fernsehsessel. Was man allerdings tun kann: ihn quasi mit dem Schreibtischstuhl verschmelzen. Aus zwei mach eins, sozusagen.

Eine solche »All-in-One«-Lösung bietet sich vor allem in kleinen Räumen an. »Gleichzeitig ermöglicht solch eine Platz sparende Sitzgelegenheit, zwei Stühle in einem Hotelzimmer zu gruppieren«, empfiehlt Prof. Reinhard Grell, Dozent an der Hochschule Ostwestfalen Lippe (OWL) im Bereich Holztechnik. »Ein weiterer Grund«, so Grell, der außerdem Gesellschafter der Stuhlfabrik Schnieder ist, seien die »Silver Agers«: »Sie versinken nicht gern in einem fulminanten Sessel, da sie daraus auch schlechter wieder aufstehen können.« Natürlich eignet sich nicht jeder Stuhl dafür, diese drei Aufgaben – Fernsehsessel, Schreibtischstuhl und Kleiderablage – zu übernehmen. Welche Kriterien muss er also erfüllen, der »multifunktionale Hotelzimmerstuhl«?

»Er sollte über eine normale Sitzhöhe verfügen, also um die 48 Zentimeter; ferner über ein bequemes, aber nicht zu weiches Sitzpolster, ein Rückenpolster oder eine ergonomisch geformte Formholz-Rückenlehne«, fasst Grell die wichtigsten Punkte zusammen. Auf Armlehnen könne meist verzichtet werden – um Platz zu sparen und um die Wendigkeit des Stuhls nicht einzuschränken.

Auch das Design muss für eine solche »Allzweck«-Lösung überdacht werden. »Er darf nicht zu technikorientiert sein, sondern sollte eher einen wohnlichen Charakter besitzen«, so Franz Hellbach, Manager Marketing Business Development & Public Relation der Interstuhl Büromöbel GmbH. Für den Bezug empfiehlt er »wärmere Stoffe« wie Filz oder Leder. Stoffe also, die normalerweise nicht auf Bürostühlen zu finden sind. Der Grund: »An den Stuhl im Hotelzimmer werden nicht so hohe Anforderungen gestellt, wie an einen Objektstuhl der zwölf Stunden am Tag genutzt wird«, gibt Hellbach zu bedenken. Im Hotel sollten deshalb Design, Komfort und Wohlfühlen dominieren. Als geeignetes Beispiel aus dem Sortiment seines Unternehmens nennt er das Modell »Volume 8«. Dieses ist laut Produktbeschreibung »geprägt von der Freiheit und Vielfalt des modernen Lebens, dem Zusammenwachsen von Leben und Arbeit und innovativen ergonomischen Konzepten«.

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