Technik Wie das »Internet der Dinge« das Housekeeping verändert

Wie hoch sind die Füllstände der Seifenspender? Wie viele Benutzer haben den Waschraum besucht? Und ist der Papierkorb im WC des Restaurants bereits voll? Die fortschreitende Digitalisierung macht auch vor dem Facility Management nicht halt, sodass diese und ähnliche Fragen durch die Neuentwicklungen einiger Hersteller künftig mit einem simplen Mausklick beantwortet werden können.

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Mehr noch: Dank Big Data kann sich das Housekeeping besser organisieren und künftig die Lagerhaltung optimieren, wie Christian Karner, Managing Director of Operations beim österreichische Hygieneunternehmen Hagleitner, im Interview mit Tophotel erläutert.

Top hotel: Herr Karner, müssen Hausdamen im Hotel künftig spezielle EDV-Schulungen oder Technik-Lehrgänge absolvieren, um ihrer Arbeit nachkommen zu können?
Christian Karner: Nein, soweit kommt es sicher nicht. Richtig ist, dass sich die Arbeit des Housekeepings verändern wird – vor allem wird sie einfacher und transparenter. Möglich wird dies durch Sensoren an Seifen-, Toilettenpapier-, Papierhandtuch- und Desinfektionsmittelspendern, über die der aktuelle Status in Echtzeit abgerufen werden kann. Diese Daten werden webbasiert an eine zentrale Stelle weitergeleitet und anwenderspezifisch beispielsweise an das Reinigungspersonal übermittelt. Anhand der vorliegenden Informationen kann das Housekeeping jetzt nicht nur den Verbrauch genau kalkulieren, sondern die Reinigungstouren frequenzorientiert und nach Bedarf planen.

Top hotel: Welche Daten werden im Einzelnen erhoben?
Karner: Der Zustand der Nachfüllungen bzw. Batterien, die Spender-Betätigungen sowie die Eintritte in den Waschraum können exakt nachvollzogen werden – zu jeder Zeit und ortsunabhängig.

Top hotel: Können Sie uns ein praxisnahes Beispiel geben?
Karner: Nehmen wir den Papierhandtuchspender. An diesem können wir digital nachvollziehen, wie der aktuelle Batterie- und Papierstatus ist, wie viele Rollen in welcher Zeit gewechselt wurden und wie viele Abgaben getätigt wurden. Abzulesen ist dies unter anderem auf einem Tablet, Smartphone oder Laptop, auf dem die Software installiert ist und der für verschiedene Nutzer individuell konfiguriert werden kann.

Top hotel: Wie lässt sich die Vielzahl an Informationen für den Betrieb effektiv nutzen?
Karner: Es gibt beispielsweise die Möglichkeit eines automatischen Bestellsystems. Sobald die Daten erfasst und hinterlegt sind, kann das System eigenständig Nachbestellungen vornehmen. Zudem profitiert das Hotelmanagement von einer Bestandsreduzierung, denn wenn die Hausdame permanent darüber informiert ist, wie viel Waren verbraucht werden, weiß sie gleichzeitig, welche Mengen vorrätig gehalten werden müssen.

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