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StartBusiness & ManagementHoteltestTaschenbergpalais Kempinski Dresden:: Der Lack ist ab

Taschenbergpalais Kempinski Dresden Der Lack ist ab

19:05

»Palais Bistro«

Draußen geht gewittermäßig die Welt unter, drinnen bekomme ich sofort gute Laune. Dem bistrotypischen Schwarz der Holzstühle und Lederbänke und dem strahlenden Weiß der sorgsam eingedeckten Tische haben die Einrichter einen fröhlichen Kontrapunkt entgegengesetzt: Vasen, Wassergläser und Teelichter leuchten in den unterschiedlichsten Farben und scheinen wie bunte Tupfer über die Tische gestreut zu sein. Farbige Glühbirnen in den Kronleuchtern unterstreichen das heitere Ambiente, das von einer Schaufensterpuppe in rotem Leder mit Lampenschirmhut gekrönt wird. An den Wänden hängen Bilder von Regenschirmen, aus den Lautsprechern rieseln französische Chansons. Anscheinend färbt das Ambiente auf die hier arbeitenden Servicekräfte ab, denn der Mann und die junge Frau in ihren roten Bistroschürzen wirken konzentriert, aber entspannt. Frau M. begrüßt mich lächelnd am Eingang und bringt mich zu meinem Tisch, von dem sie sogleich das zweite Gedeck abräumt. Ich nehme auf der Bank Platz mit Blick in den Raum und erfreue mich an dem hübschen Tischsetting, zu dem auch eine orangefarbene Gerbera in pinkfarbener Vase gehört und eine silberne Dose mit einem interessant klingenden Gewürzsalz. Die Servicekraft überreicht mir die dreisprachige Speisen-und-Getränke-Karte, bietet mir etwas zu trinken an und eilt zu einer Brotstation im Raum, von der sie wenig später mit einem Körbchen frisch abgeschnittenem Baguette und einem Tellerchen Kräuterquark zurückkommt. Die Karte, deren Dreisprachigkeit durch verschiedene Druckfarben untermalt wird, ist fast so bunt wie das Bistro. Sie offeriert saisonale Spargelgerichte, französisch Bistromäßiges wie getrüffelten Flammkuchen, Zwiebelsuppe und Coq au Vin sowie eine ansprechende Vielfalt sonstiger Speisen, etliche auch in kleinen Portionen zu haben. Amüsiert entdecke ich bei den Aperitifs einen sächsisch angehauchten »Pfirsischprosecco«. Eine Seite der Speisenkarte nimmt die grün gedruckte Erklärung ein, mit »Balance Your Day« hätten die Küchenchefs »mit Ernährungsexperten Gerichte entwickelt, die mit saisonalen und lokalen Zutaten ein Höchstlevel an wichtigen Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen gewährleisten und gleichzeitig für eine kontrollierte und ausgewogene Versorgung mit Proteinen, Fetten und Kohlehydraten sorgen.«  Toll! Aber warum ist dann nur ein einziges solches Gericht aufgeführt? Und warum ist das ausgerechnet der Caesar Salad? Frau M. errötet, weil sie die Antwort nicht weiß. Dann nimmt sie meine Bestellung entgegen: Spargelschaumsuppe (5 Euro) und eine kleine Portion der Kalbsleber mit gebratenen Zwiebeln und Kartoffelpüree (15,90 Euro). Gegen diese Preise erscheint der Wein, ein sächsischer Rosé Qualitätswein von Schloss Proschwitz (Karte: »Am Gaumen sehr saftig«) teuer: 12,50 Euro kosten 0,2 Liter. Die Suppe schmeckt köstlich, bei der Kalbsleber (»Wir servieren diese rosa gebraten, ist Ihnen das recht?«) muss jedoch erst das Gewürzsalz zum Einsatz kommen. Frau M. hat immer ein Auge auf mich, bietet mir zwischen den Gängen etwas zu lesen an und fragt nach dem Hauptgang, ob ich bis zum Dessert etwas pausieren möchte. Ich möchte und koste die Vorfreude aus auf meinen »Alten Schweden«, der seit meinem Besuch auf der Wartburg zu meinen Lieblingsdesserts gehört. Doch als die – freundlicherweise auch als halbe Portion servierte – Vanilleeiscreme mit Apfelmus und Eierlikör an den Tisch kommt, sind unter dem Sahneberg die Zutaten schon ziemlich zerlaufen, was den Genuss deutlich schmälert. Trotzdem: Der Abend im Bistro war vergnüglich und kulinarisch in weiten Teilen zufriedenstellend. Und es hat Spaß gemacht, der Servicecrew bei ihrer effizienten Arbeit zuzuschauen.
Wertung: gut

Turndownservice 2

Um 21:45 Uhr klopft es an der Zimmertür und eine Mitarbeiterin des Housekeepings entschuldigt sich für die späte Störung. Ob sie noch den Abdeckservice machen dürfe? Auf meine Frage, warum sie so spät dran sei, antwortet die junge Frau mit nur mühsam verhohlenem Ärger: »Volles Haus und schlechte Planung!« Autsch. Sie ist froh, als ich sie bitte, nur das Bett abzudecken.
Wertung: mangelhaft

23:25

Abendliche Ruhestörung

Ich will den fehlenden Schlaf nachholen, doch gerade, als ich eingedöst bin, röhrt und rumpelt es unter meinem Fenster in einer Lautstärke, dass ich fast aus dem Bett falle. Ein gigantischer Lkw steht mit laufendem Motor auf dem Pflaster der Kleinen Brüdergasse; unter der Aufsicht eines anzuggewandeten Hotelmitarbeiters werden große Container mit noch größerem Getöse aus einem Hotelausgang über die Laderampe in den Lkw geschoben. Fast eine halbe Stunde dauert die Aktion, die auch noch von lauten Kommandos und Unterhaltungen begleitet wird. Wenigstens schaltet der Lkw-Fahrer den Motor aus, nachdem ich mich telefonisch beim Empfang beschwert habe.

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