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StartBusiness & ManagementHoteltestTaschenbergpalais Kempinski Dresden:: Der Lack ist ab

Taschenbergpalais Kempinski Dresden Der Lack ist ab

 

Turndownservice 1

Als ich von meiner Tea-Time zurückkomme, war der Turndownservice schon da und hat ganze Arbeit geleistet. Allerdings sind die Vorhänge nicht zugezogen und das benutzte Champagnerglas steht auch noch da.
Wertung: gut

20:55

Roomservice Abendessen

Das Haus ist gut belegt, das Bistro ausgebucht und auch die Terrasse rammelvoll. Das Fine-Dining-Restaurant ist geschlossen beziehungsweise mit einer geschlossenen Veranstaltung beschäftigt. Da ist es kein Wunder, dass der freundliche Herr R. seine Ansage, meine Roomservice-Bestellung werde in etwa 20 Minuten serviert, nicht einhalten kann. Etwa zehn Minuten länger dauert es, bis der Servierwagen ins Zimmer geschoben wird. Aus der umfangreichen Karte habe ich mir einen Rucola-Salat mit gratiniertem Ziegenkäse, Kirschtomaten, Sonnenblumenkernen und Balsamico-Vinaigrette (18 Euro) ausgesucht, aus den sächsischen Spezialitäten – nein, nicht die Kartoffelsuppe, obwohl auch sie angeboten wird, sondern die berühmten Quarkkeulchen, schon allein wegen des auf sächsisch so herrlich klingenden Namens. Dazu ein frisch gezapftes Radeberger Pils. Herr R. entschuldigt sich für die Verspätung, schiebt den Wagen vor den Sessel, klappt eine Seite hoch und richtet die Speisen auf der Tischplatte neu aus. Dann lässt er sich den Beleg abzeichnen und bittet mich anzurufen, wenn er den Wagen wieder abholen dürfe. Mit einem freundlichen »Guten Appetit« verabschiedet sich der nette junge Mann. Ich inspiziere meine Mahlzeit. Rein optisch ist sie in Ordnung, nur zerfließt das Vanilleeis an den warmen Quarkpuffern gerade like ice in the sunshine. Das kommt eben davon, wenn der Roomservice sich scheut, zweimal zu laufen und den Nachtisch auf Abruf später zu bringen. Also verspeise ich zuerst die »Gwarggeulschen« mit Apfelmus und Vanilleeis, weil sie einfach zu lecker sind, um sie kalt werden zu lassen. Das Bier hat übrigens auf dem Weg zum Zimmer seine Schaumkrone kaum eingebüßt, sehr erfreulich. Der Servierwagen ist sehr ordentlich eingedeckt – nicht nur mit der üblichen weißen Deckserviette, sondern auch noch mit einer fast bodenlangen grauen Tischdecke darunter. Es gibt ein Körbchen mit frischem Baguette, Butter, Olivenöl und Menagen. Als Schmuck dient eine grün gefärbte und haltbar gemachte Rose in einem Deko-Glas. Nun ja, das ist Geschmackssache. Nachdem ich mir ein dickes Kissen unter den Po gestopft habe, kann ich sitzhöhentechnisch halbwegs vernünftig essen und probiere meinen Salat. Heißt gratiniert nicht überbacken und ist überbacken nicht gleichzusetzen mit heiß? Überraschung! Der Ziegenkäse ist eisschrankkalt und fast geschmacklos. Nur drei Kirschtomaten haben sich in das Grünzeug verirrt, das außer Rucola auch noch Friseesalat beinhaltet. Und das Dressing? Würde ich gerne beurteilen, wenn ich es schmecken könnte. Also telefoniere ich wieder mit Herrn R., der mir fix eine Sauciere mit Dressing bringt. Es schmeckt leidlich gut. 35,30 Euro hat die kleine Mahlzeit gekostet. Nachdem die Roomservice-Nummer besetzt ist, schiebe ich den Wagen auf den Flur. Wenig später ist er verschwunden.
Wertung: noch befriedigend

22:40

»Karl-May-Bar« 1

Ein großes Display, quer über die Kleine Brüdergasse gespannt, soll auch externe Gäste auf die Bar aufmerksam machen, für die einer der fantasievollsten Sachsen Pate stand. Als fantasievoll dürfen auch das Design der mehrfach ausgezeichneten Bar und die ehrgeizigen Mitglieder des Barteams gelten, deren Kreationen bei Cocktailwettbewerben ständig neue Preise einheimsen. Kurz vor 23 Uhr ist die Bar leer und die Terrasse voll – eine so milde Nacht lockt Operngänger, Hotelgäste und Dresdner Beautiful People in den Innenhof des Taschenbergpalais. Chillige Loungemusik untermalt die Szenerie, Wandstrahler und Teelichter in zerknitterten Papiertüten erhellen sie sanft. Es herrscht eine sehr angenehme Atmosphäre – wenn nur diese unbequemen Stühle nicht wären! Die Loungesofas sind leider alle besetzt. Kaum habe ich Platz genommen, bringt mir ein freundlicher Mensch eine Karte und ein Schälchen mit Rauchmandeln und Wasabinüssen. Mir ist nach einem Gin Tonic zumute; bei beidem darf ich aus mehreren Optionen wählen. Fast 15 Minuten dauert es allerdings, bis mein Getränk serviert wird – fast wäre ich wieder gegangen. Im hohen Tumbler schwimmen Eiswürfel und Gurkenscheiben im Hendrick’s Gin, der Barmitarbeiter gießt Thomas Henry Tonic aus einer kleinen Flasche auf. Endlich kann ich meinen Drink genießen und den Tag lauschig ausklingen lassen.
Wertung: gut

MO. 23/05, 06:25

Morgendliche Ruhestörung

Bei der »malerischen Seitenstraße«, auf die mein Zimmer laut Internet hinausgeht, handelt es sich um die Kleine Brüdergasse. Zum Zeitpunkt meines Besuches wird das gegenüberliegende Gebäude gerade umgebaut. Ein Kran und Schuttcontainer sowie mit Folie verhängte Fenster deuten bei meiner Sonntagsanreise schon darauf hin. Akustisch bekomme ich die Bauarbeiten am Montagmorgen zu spüren, als um 6:25 Uhr ein Kleinbus unter lautstarkem Türenknallen sieben Arbeiter in Blaumännern entlässt. Offenbar wird die Baustelle erst um sieben Uhr geöffnet, da die Männer sich die Zeit bis dahin mit noch lautstärkerer Unterhaltung vertreiben. Das liegt zwar nicht in der Verantwortung des Hotels, doch müsste man über die Bauarbeiten informiert sein und wissen, dass man während der Umbauzeit keine ruhebedürftigen Gäste in Zimmern zur Kleinen Brüdergasse unterbringt.

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