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StartBusiness & ManagementHoteltestTaschenbergpalais Kempinski Dresden:: Der Lack ist ab

Taschenbergpalais Kempinski Dresden Der Lack ist ab

 

Bad

 

Links die Badewanne, in der Mitte der Waschtisch, rechts Dusche und Toilette. Auch hier Ulmenholz, kombiniert mit grauem Granit und weißen Fliesen. Das vermittelt einen adretten, aber nicht unbedingt luxuriösen Eindruck. Fußbodenheizung? Separates WC? Fehlanzeige. Positiv fallen die großen Badetücher mit Logo ins Auge, der Handtuchwärmer, die gute Beleuchtung über und zu beiden Seiten des Spiegels und die Kempinski-eigene Gastkosmetika-Linie mit Aloe Vera und Bergamotte-Duft. Shampoo, Duschgel und Bodylotion werden in Tuben zu 40 ml angeboten, außerdem gibt es ein Seifenstück in komfortabler Größe, Nagelfeile, Vanity Set und Duschhaube. Keinen Spaß macht das Duschen: Es fehlt eine Halterungsstange für die Handbrause und die Wandbrause ist in einer Höhe fixiert, in der größere Menschen nicht drunter passen. Zur Wahl stehen nur eine Massage- und eine ultrafeine Sprühfunktion – eine höhenverstellbare Regendusche mit genug Druck wäre hier eine echte Bereicherung. Der seitlich über dem Waschtisch angebrachte Kosmetikspiegel ist ebenfalls schlecht zu nutzen. Auch er hängt zu niedrig und sein Gelenk taugt nicht dazu, den Spiegel sowohl nach oben als auch nach vorne zum Gast hin zu drehen. Extrem hoch hingegen sind die beiden Wandhaken angebracht, an denen Kunststoffbügel für die Bademäntel hängen. Letztere sind kunstvoll gefaltet und beide XXL. Fön und Personenwaage wirken veraltet, der Hockersitz hat eine Macke. Viele kleine Abnutzungserscheinungen kennzeichnen das Bad: die verschrammte, hölzerne Türschwelle, zwei gerissene Fliesen, einige Ausbesserungen im Fliesenboden, eine gelblich verfärbte, am unteren Rand eingerissene Dichtungsleiste an der Dusche und ein gänzlich abgeschrappter Brausekopf in der Badewanne. Dank des Hockers erreiche ich die Oberkante des Spiegelrahmens, was für die Reinigungskräfte ebenfalls gelten dürfte. Doch – ohje – dort oben liegt fingerdick der Staub. Und auf dem Boden finde ich drei schwarze Haare.
Wertung: mangelhaft

 

Concierge 1

Im Vorfeld meiner Dresdenreise hat ein Freund unter Angabe seiner Kreditkartennummer eine »Geburtstagsüberraschung« für mich bestellt. Eine halbe Stunde nach Bezug meines Zimmers überreicht mir eine reizende junge Frau in Pagenuniform eine langstielige rote Rose und ein Glas Champagner. Auf meine »überraschte« Frage, wem ich diese Goodies denn zu verdanken habe, rettet sich die Pagin in ein charmantes »Jemandem, der es gut mit Ihnen meint!« Eine Karte wurde nicht bestellt, insofern ist die Anonymität der Gabe in Ordnung. Fünf-Sterne-Plus wäre es jedoch gewesen, hätte das Concierge-Team meinen »Geburtstag« mit einem eigenen Glückwunsch gewürdigt.
Wertung: sehr gut

17:10

Afternoon Tea

»Vollendeten Teegenuss in eindrucksvollem Ambiente« verspricht der klassische Afternoon-Tea im Taschenbergpalais. Das Ambiente stimmt, sowohl im »Café Vestibül«, zu Füßen des berühmten Barock-Treppenhauses, als auch im Innenhof des Hotels. Hier kann man es sich bei schönem Wetter unter großen Sonnenschirmen auf Lounge-Möbeln bequem machen, für Sonnenanbeter stehen sogar ein paar Liegestühle bereit. Ich nehme auf einem Sofa Platz – und traue kaum meinen Ohren. Nein, der kraftvolle Sopran kommt nicht aus der hauseigenen Beschallungsanlage; vielmehr brilliert Anna Netrebko in der nahen Semperoper in einer Nachmittagsvorstellung, die live auf den Opernplatz übertragen wird. Das nenne ich eine passende Untermalung meiner Teezeremonie. Zeremonie ist allerdings nicht das richtige Wort. Der junge Herr S. scheint von meiner Bestellung »not amused« zu sein. Mit fast gequältem Gesichtsausdruck macht er mich darauf aufmerksam, dass es schon 40 Minuten dauern könne mit dem Speisenservice. Ich bestelle trotzdem. Vorab kommt ein Tablett mit ziselierter Metallkanne, Kandis und Earl Grey samt Teatimer. Die gewünschte Milch hat Herr S. vergessen, sodass er noch einmal laufen muss. Gut ist: Ich kann kostenlos Tee nachordern und die Leckereien brauchen doch »nur« 25 Minuten. Auf einer Etagere und einer kleinen Schale bietet sich mir ein prachtvolles Bild. Doch der Geschmackstest hält dem schönen Schein nicht stand. Am besten schmecken noch die vorschriftsmäßig dünnen und dünn belegten Sandwiches mit Gurke, Roastbeef und Lachs. Die Scones sind jedoch zu trocken, statt der lockerrahmigen, zum Hineinknien leckeren Clotted Cream gibt es, wie enttäuschend, eine feste Crème double. Und zwei der süßen Küchlein sind einfach nur – süß. 34 Euro kostet der Afternoon Tea, 47 Euro mit einem Glas Champagner.
Wertung: befriedigend

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