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StartBusiness & ManagementHoteltestTaschenbergpalais Kempinski Dresden:: Der Lack ist ab

Taschenbergpalais Kempinski Dresden Der Lack ist ab

09:40

Check-out

Augenscheinlich erschüttert hört sich eine Dame im roten Kostüm meine Klage über die Ruhestörung am Vorabend an. Sie entschuldigt sich mehrfach, versichert der Sache nachzugehen und nimmt als kleine Wiedergutmachung ein Frühstück von der Rechnung. Auch den Energy Drink, den ich zur Kompensation des Schlafmangels hatte, bucht sie nicht auf. »Sie kommen doch hoffentlich trotzdem wieder?« Der Check-out verläuft vorbildlich und ich werde unter vielen freundlichen Wünschen verabschiedet. Meine Extrarechnung – darunter 20 Euro »Steuer Stadt Dresden« – beläuft sich auf 438,10 Euro. Erst zuhause bemerke ich, dass mir ein Beleg für das vorab gezahlte Logis (254,40 Euro) fehlt. Ein Anruf schafft schnell Abhilfe.
Wertung: sehr gut

Lost & Found

Das liegengelassene Armband ist nicht gefunden worden, angeblich aber ein Gürtel. Interessant. »Wir müssen Ihnen 6,99 Euro für das Zuschicken berechnen, sonst funktioniert das leider nicht.« Es funktioniert auch so nicht. Zwar wird der Betrag umgehend belastet, jedoch warte ich zwei Wochen vergeblich auf die Sendung. Als ich erneut im Hotel anrufe, forscht man nach: »Es gab wohl einen kleinen Fehler bei der Adressierung. Das Päckchen kam leider zurück.«
Wertung: unzureichend

Nicht im Text: Wäscheservice 100 %

Bilanz

Zugegeben: Mit ihrem Äußeren macht die »Grande Dame der Dresdener Hotellerie« nach wie vor Staat. Doch je weiter sie sich entblättert, umso mehr blättert von ihr ab. Zimmer, Bäder, Flure, Treppenhäuser, die öffentlichen Toiletten, das Fine-Dining-Restaurant vom blamablen Spa ganz zu schweigen – mit ein bisschen Oberflächenkosmetik ist es im Taschenbergpalais nicht mehr getan. Nach 21 Jahren bräuchte es schon ein veritables Lifting, um das Fünf-Sterne-Superior-Haus wieder auf zeitgemäßen Luxusstandard zu bringen. Doch woher das Geld dafür nehmen, wenn nicht stehlen? Die Buchungszahlen für Dresden sind rückläufig, die Zimmerraten auf einem Tiefststand – auch dank Pegida und Co. Kempinski muss sich etwas einfallen lassen. Lichtblicke neben der selbstredend einmaligen Lage: die Bar, das Bistro, die externen Spa-Dienstleister und ein Team aus überwiegend engagierten und sympathischen Mitarbeitern, die ganz augenscheinlich stolz darauf sind, im Taschenbergpalais zu arbeiten.  

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