Sylt Kirche gewinnt Namensstreit gegen Luxushotel

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Braucht das Severin*s Resort und Spa auf Sylt einen neuen Namen? Das Oberlandesgericht Schleswig urteilte jetzt, dass das 2014 eröffnete Luxushotel nicht den gleichen Namen wie die Kirche St. Severin in Keitum tragen dürfe, da das Hotel als Partner der Kirche verstanden werden und sich so einen geschäftlichen Vorteil verschaffen könnte.

Das Betreiben eines Hotel- und Appartementprojekts in Keitum auf Sylt unter dem Namen “Severin*s Resort & Spa” stellt gegenüber der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in Keitum, deren Kirche die “Severin-Kirche” ist, eine unbefugte Namensanmaßung dar und muss unterlassen werden. So lautet der Entscheid des 6. Zivilsenat des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts. Die Richter sehen es als naheliegend, dass durch die Verwendung des gleichen Namens eine sogenannte Zuordnungsverwirrung eintritt: Es könnte der falsche Eindruck entstehen, dass die Klägerin und die Beklagten miteinander in Beziehung stehen.

Im ersten Anlauf war die Kirchengemeinde vor dem Landgericht noch gescheitert; im März 2015 hatte der Flensburger Richter eine entsprechende Klage abgelehnt. Dass die Schleswiger Richter jetzt anders urteilten, freut die zuständige Pastorin Susanne Zingel: „Wir sind dankbar, dass unsere Rechtsauffassung bestätigt wurde“, erklärte sie gegenüber der SHZ. Weiterhin sagte sie: „St. Severin ist ein identitätsstiftendes Merkmal unserer Gemeinde. Wir wollten geklärt wissen, ob man sich so eines Namens bemächtigen und ihn für kommerzielle Zwecke nutzen darf.“

Medieninformationen zufolge bleibt der Atlantic Gruppe nur der Weg zum Bundesgerichtshof nach Karlsruhe, wenn das Unternehmen alle Möglichkeiten ausschöpfen will, um am Namen Severin*s Resort & Spa festzuhalten.

 

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