Superspreaderin in Garmisch-PartenkirchenHotel geschlossen, Staatsanwaltschaft ermittelt

Im bayerischen Ferienort Garmisch-Partenkirchen haben sich mehrere Menschen mit dem Coronavirus infiziert. (Bild: Pixabay/blende12/Matthewwafflecat)

Quasi über Nacht ist Garmisch-Partenkirchen zum neuen Corona-Hotspot geworden. Eine so genannte Superspreaderin (26) war trotz Infektion im Nachtleben unterwegs und hat offenbar zahlreiche Personen angesteckt. Der Hotelbetrieb, in dem die junge Frau arbeitet, musste geschlossen werden. Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft.

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Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, soll die US-Amerikanerin, die in der Edelweiß Lodge arbeitete, trotz Quarantäne-Anordnung in mehreren Lokalen gefeiert haben. Zahlreiche Menschen sollen sich dabei angesteckt haben, im Landkreis Garmisch-Partenkirchen waren es bis Samstag bereits 37. Aktuell lassen sich in Garmisch daher viele Menschen testen und man wartet auf weitere Ergebnisse.

Der Hotelbetrieb, in dem die Frau arbeitet das den US-amerikanischen Streitkräften gehörende Edelweiss Lodge and Resort , hat zwischenzeitlich geschlossen. Unter anderem auf dem Sozialen Netzwerk Facebook teilen die Verantwortlichen mit: “Mehrere Mitarbeiter wurden positiv auf Covid-19 getestet. Weitere Mitarbeiter wurden präventiv in Quarantäne geschickt. Weil mehrere Mitarbeiter betroffen sind, wird das Resort für zwei Wochen, beginnend am 14. September, geschlossen.”

Die 26-jährige US-Amerikanerin, die als Superspreaderin gilt, soll vor ihrem Aufenthalt in dem Skiort in Griechenland Urlaub gemacht haben. Sie ließ sich anschließend testen, hielt die ihr gegenüber ausgeprochene Quarantäne aber offenbar nicht ein. Weitere infizierte Angestellte des Hotels sollen ebenfalls im Nachtleben an mehreren Abenden unterwegs gewesen sein. “Aus medizinischer Sicht ist mit einem weiteren deutlichen Anstieg der Infektionen im Landkreis zu rechnen”, teilte das Landratsamt mit und verhängte in der rund 26.000 Einwohner zählenden Marktgemeinde Beschränkungen für das öffentliche Leben. Alle Gaststätten müssen dort um 22 Uhr schließen. Nur noch maximal fünf Personen dürfen sich im öffentlichen Raum gemeinsam treffen – das gilt auch für alle Gastronomiebetriebe.
Zudem ermittelt nun die Staatsanwaltschaft München II gegen die mutmaßliche Superspreaderin. Dabei gehe es um den Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung, sagte Oberstaatsanwältin Andrea Mayer am Montag gegenüber dem Münchner Merkur. “Was im Raum steht, ist eine mögliche Verletzung der Quarantänevorschriften.” Bayerns Ministerpräsident Markus Söder äußerte sich derweil in einer Pressekonferenz zu dem Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen und sprach von einem “Musterbeispiel für Unvernunft”. Er forderte Konsequenzen “für diesen Leichtsinn”.
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