SteuertippMeldefrist bei der Künstlersozialabgabe beachten

Wenn ein Hotelier bei einem selbstständigen Grafiker wiederholt neue Visitenkarten oder Briefbögen in Auftrag gibt oder den Webdesigner mit der laufenden Anpassung der Hotelwebsite betraut, kann das ausreichen, um unter die Künstlersozialabgabepflicht zu fallen.

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Denn künstlersozialabgabepflichtig sind alle Unternehmer, die nicht nur gelegentlich künstlerische oder publizistische Werke nutzen und für ihr Unternehmen Werbung und Öffentlichkeitsarbeit betreiben. Als „nicht nur gelegentlich“ gilt dabei, wenn für Eigenwerbung oder Öffentlichkeitsarbeit Aufträge für insgesamt mehr als 450 Euro im Jahr erteilt werden.

Prozentsatz auch 2019 bei 4,2 Prozent

Künstlersozialversicherungspflichtig sind allerdings nur natürliche Personen. Die Abgabe bemisst sich nach den gezahlten Gagen, Honoraren und Nebenkosten. Für im Jahr 2018 gezahlte Entgelte betrug sie 4,2 Prozent des Entgelts. Im Jahr 2019 bleibt dieser Prozentsatz unverändert. Nicht einzurechnen sind die gesondert ausgewiesene Umsatzsteuer, Vervielfältigungskosten und steuerfreie Aufwandsentschädigungen im Rahmen der steuerlichen Grenzen.

Erfolgt die Rechnung des Freischaffenden allerdings in einer Summe, ist alles abgabepflichtig. Unternehmer sollten daher in der Rechnung auf eine Aufschlüsselung der erbrachten Leistungen achten. Eine eigene Aufteilung der Gesamtsumme ist nicht zulässig.

Meldefrist bis 31. März 2019

Nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz sind die abgabepflichtigen Hoteliers dafür verantwortlich, alle Zahlungen an die selbstständigen Künstler sorgfältig aufzuzeichnen und für Prüfungszwecke der Künstlersozialkasse beziehungsweise dem Rentenversicherungsträger vorzuhalten. Darüber hinaus müssen die Hoteliers bis zum 31. März 2019 der Künstlersozialkasse die Zahlungen an selbständige Künstler und Publizisten im Jahr 2018 eigenständig mitteilen.

Künstlersozialabgabe kann nachgefordert werden

Wer seinen Meldepflichten nicht rechtzeitig nachkommt, wird von der Künstlersozialkasse geschätzt. Die Künstlersozialabgabe kann grundsätzlich für die letzten vier Jahre nachgefordert werden. Daneben stellt die Verletzung der gesetzlichen Melde- und Aufzeichnungspflichten eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet werden kann.

Zur Autorin: Andrea Popiesch ist Steuerberaterin beim auf die Beratung von Hotels und Gaststätten spezialisierten ETL Adhoga Verbund aus Krefeld.

Kontakt:
adhoga-krefeld@etl.de
www.etl-adhoga.de
Tel.: 02151-479631

 

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