Steuertipp So klappt es mit den steuerfreien Sachbezügen

´ (Bild: Shutterstock)

Grundsätzlich sind nicht nur Lohn oder Gehalt in Euro und Cent, sondern auch Sachbezüge – wie beispielsweise Warengutscheine – steuer- und sozialversicherungspflichtig. Es gibt aber Möglichkeiten, wie Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern monatlich Sachbezüge bis zu 44 Euro Wert steuer- und sozialversicherungsfrei zukommen lassen können.

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Die Unterscheidung, ob eine Zuwendung wirklich als Sachbezug oder doch als Barlohn zählt, ist jedoch nicht immer einfach. Laut Bundesfinanzhof (BFH) handelt es sich immer dann um Sachlohn, wenn der Arbeitnehmer nicht das Bargeld, sondern ausschließlich die Sache beanspruchen kann. Bei einem Warengutschein, der eine Barauszahlung ausschließt, ist das unproblematisch. Bezuschusst der Arbeitgeber jedoch beispielsweise eine Zusatzversicherung für seine Arbeitnehmer, kommt es auf die Ausgestaltung des Vertrags an.

Schließt ein Arbeitgeber für seine Arbeitnehmer also beispielsweise eine Gruppen-Zusatzkrankenversicherung ab und bleibt dabei selbst Versicherungsnehmer, so handelt es sich bei Einhaltung der betragsmäßigen Grenze von 44 Euro monatlich laut BFH um Sachlohn, da der Arbeitnehmer gegenüber seinem Arbeitgeber ja ausschließlich einen Anspruch auf Versicherungsschutz und nicht auf Auszahlung von Geld erlangt. Da die 44-Euro-Grenze nicht überschritten wird, ist der Sachbezug für die Zusatzkrankenversicherung nicht steuer- und sozialversicherungspflichtig.

Bietet der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern jedoch lediglich an, die Beiträge zu einer von ihnen abzuschließenden Zusatzkrankenversicherung monatlich mit 44 Euro zu bezuschussen, handelt es sich nach Meinung der obersten Richter um Barlohn. Denn der Arbeitnehmer als Versicherungsnehmer hat gegenüber seinem Arbeitgeber nunmehr Anspruch auf die Zahlung des Zuschusses. Der Anspruch auf Versicherungsschutz besteht direkt gegenüber der Versicherung, da der Arbeitnehmer den Vertrag in eigenem Namen abgeschlossen hat. Die Folge: Der Zuschuss ist steuer-und sozialversicherungspflichtiger Arbeitslohn.

Hinweis: Wird die monatliche 44-Euro-Grenze auch nur um einen Cent überschritten, ist der gesamte Sachbezug steuer-und sozialversicherungspflichtig.

Zum Autor: Volker Breetz ist Steuerberater beim auf die Beratung von Hotels und Gaststätten spezialisierten ETL Adhoga Verbund aus Kleinmachnow.
Kontakt: adhoga-kleinmachnow@etl.de
www.etl-adhoga.de
Tel.: 033203-83290

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