Steuertipp: Sicherheitsmodul in Kassen wird Pflicht – darauf müssen Gastgeber achten

Ab dem 1. Januar 2020 werden die Anforderungen an eine ordnungsgemäße Kassenführung verschärft und das Sicherheitsmodul mit digitaler Schnittstelle Pflicht. Betroffen sind alle elektronischen oder computergestützten Kassensysteme oder Registrierkassen einschließlich Waagen mit Registrierkassenfunktion.

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Abzusichern sind insbesondere alle Geschäftsvorfälle, die sich auf den Gewinn, das Anlage- und Umlaufvermögen oder das Eigen- und Fremdkapital auswirken. Dazu gehören neben den Eingangs- und Ausgangsumsätzen beispielsweise auch nachträgliche Stornierungen, Trinkgelder, die Ausgabe oder Einlösung von Gutscheinen und Wechselgeldeinlagen. Aber auch Trainingsbuchungen, Belegabbrüche und erstellte Angebote sind dauerhaft einzeln zu speichern.

Neue Kassen werden künftig bereits werkseitig mit dem Sicherheitsmodul ausgestattet sein. Aktuell eingesetzte Registrierkassen sind nach Einschätzung der Kassenhersteller meist aufrüstbar. Hoteliers und Hersteller müssen daher gemeinsam organisieren, dass die Kassen bis zum Jahresende über das Sicherheitsmodul verfügen. Registrierkassen, die bauartbedingt nicht aufrüstbar sind (Nachweis erforderlich), dürfen noch bis Ende 2022 weitergenutzt werden. Voraussetzung ist, dass sie nach dem 25. November 2010 und vor dem 1. Januar 2020 angeschafft wurden und eine Einzeldatenaufzeichnung ermöglichen. Für PC-Kassensysteme gilt die Übergangsregelung nicht.

Daneben muss ab 1. Januar 2020 jedes neu angeschaffte, geleaste oder gemietete elektronische Aufzeichnungssystem mit Kassenfunktion innerhalb eines Monats beim zuständigen Finanzamt unter Angabe von Steuernummer, Zertifizierungs-ID und Seriennummer der technischen Sicherheitseinrichtung sowie dem Datum der Anschaffung beziehungsweise des Leasing- oder Mietbeginns angemeldet werden. Auch bei Außerbetriebnahme, Diebstahl oder Verlust der Kasse durch Brand oder Wasserschaden ist innerhalb der Monatsfrist eine Meldung erforderlich.

Hinweis: Soweit die Übergangsregelung nicht gilt, müssen auch alle derzeit im Unternehmen verwendeten und ab 1. Januar 2020 weitergenutzten elektronischen Aufzeichnungssysteme bis spätestens 31. Januar 2020 beim Finanzamt auf amtlichem Vordruck angemeldet werden.

Zum Autor: ALEXANDER JOHN ist Steuerberater in der auf die Beratung von Hotels und Gaststätten spezialisierten ETL ADHOGA Steuerberatungsgesellschaft in Dresden.

Kontakt: adhoga-dresden@etl.de, www.etl-adhoga.de, Tel.: 0351-656010

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