Steuertipp Keine Feier ohne Fiskus

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Fast ein Jahr nach den neuen gesetzlichen Regelungen zu Betriebsveranstaltungen meldet sich die Finanzverwaltung mit weiteren Neuerungen zu Wort.

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Bislang galt: Zwei Betriebsveranstaltungen pro Jahr mit Kosten von je maximal 110 Euro pro Arbeitnehmer. Bereits ein Euro darüber führte bei den Arbeitnehmern zur kompletten Steuer- und Sozialversicherungspflicht. In die 110-Euro-Freigrenze wurden nicht nur Essen und Getränke eingerechnet, sondern auch Raummieten, Künstlerhonorare und Dekoration. Eingeladene Angehörige wurden ebenfalls den Arbeitnehmern zugerechnet.

Nach langem Hin und Her zwischen obersten Bundesrichtern, Finanzverwaltung und Gesetzgeber wurden die Regelungen nun rückwirkend für alle Betriebsveranstaltungen und Sachzuwendungen ab dem 1. Januar 2015 neu geregelt. Danach können auch seit 2015 bis zu zwei Betriebsveranstal- tungen jährlich steuer- und sozialversicherungsfrei durchgeführt werden. Neu ist jedoch, dass die bisherige Freigrenze nun in einen echten Freibetrag umgewandelt wurde. Übersteigen die gewährten Vorteile die genannten Grenzen, zählt nur der übersteigende Teil als steuerpflichtiger Vorteil. Dieser Arbeitslohn kann vom Arbeitgeber pauschal mit 25 % Pauschsteuer zzgl. Solidaritätszuschlag von 5,5 % und ggf. Kirchensteuer besteuert werden. In diesem Fall entfällt die Sozialversicherungspflicht. In die Berechnung der anteiligen Kosten sind allerdings unverändert sämtliche Kosten und auch alle Personen einzubeziehen, die an den Feierlichkeiten teilnehmen, wobei Begleitpersonen den jeweiligen Arbeitnehmern direkt zugerechnet werden.

Beispiel: Für eine Betriebsveranstaltung fallen insgesamt Kosten in Höhe von 8.000 Euro an. An der Veranstaltung nehmen 60 Arbeitnehmer teil. 20 von ihnen werden von ihrem Partner begleitet. Auf jeden der 80 Teilnehmer entfällt ein Kostenanteil in Höhe von 100 Euro. Für 40 Arbeitnehmer handelt es sich somit um eine steuerfreie Betriebsveranstaltung. Den anderen 20 Teilnehmern wird der auf den Partner entfallende Anteil zugerechnet. Von den jeweils 200 Euro sind 110 Euro steuerfrei und 90 Euro steuerpflichtiger Arbeitslohn, den der Arbeitgeber jedoch mit 25 % zzgl. Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer pauschal versteuern kann.

Autor: Werner Körschgen, 
ETL ADHOGA Verbund aus Castrop-Rauxel, ist spezialisiert auf die Beratung von Hotels
und Gaststätten

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