Wein-Tipp: Pod StolpomSpaßmacher aus Slowenien

Tophotel-Autor Rudolf Knoll stellt in dieser Ausgabe wieder einen für die Gastronomie überaus interessanten Wein vor, der durch sein sehr gutes Preis-Wert-Verhältnis überzeugt.

Slowenien gehörte einst zu Jugoslawien. »Bei uns ist die Intelligenz zu Hause«, behaupteten die Slowenen von sich selbst. Vielleicht erklärte sich das Zwei-Millionen-Volk 1991 deshalb– vor Beginn des Zerfalls von Jugoslawien – für unabhängig, überstand eine kurze kriegerische Auseinandersetzung und bewegte sich dann wirtschaftlich aufwärts. 2004 wurde Slowenien Mitglied der EU und war spätestens zu diesem Zeitpunkt nicht mehr »Ostblock«. Der Weinbau verdiente lang vorher Beachtung. Im Westen gab es schon früher Kooperationen mit italienischen Winzern. Und im Nordosten wurden in den vergangenen Jahren innige Bande mit Österreich und hier vor allen Dingen mit der benachbarten Steiermark geknüpft. Es gab Österreicher, die sich darüber aufregten, dass man hinter der Grenze die Weine mit »Štajerska Slovenija« (Slowenische Steiermark) deklarierte. Die lustigste Antwort darauf gab ein slowenischer Winzer namens Stajer, der seinen Sohn einfach Mark taufte.

Es gab andererseits etliche Österreicher, die das weinbauliche Potenzial von Slowenien schätzten und dort selbst aktiv wurden. Einige namhafte Winzer aus der Südsteiermark sind inzwischen in Slowenien tätig, unter anderem Top-Erzeuger Alois Gross aus Ratsch, der 2004 Weingärten in der Region Haloze südlich der Stadt Ptuj erwarb. Vor einigen Jahren kam er ins Gespräch mit dem Wiener Wirtschaftsmediator und Organisationsberater Gerhart Conrad Fürst, dessen ursprünglich in Bayern beheimatete Familie 1821 in Ptuj ein Weinbauunternehmen gegründet hatte, das später – bis zur Enteignung 1945 – zum größten Weinhandelshaus der Region avancierte. Fürst, dessen Familie noch bis 1971 in Graz mit Wein handelte, wollte die Tradition wieder aufleben lassen und fand in Alois Gross glücklicherweise einen kongenialen Partner als Weinmacher.

2007 – in diesem Jahr wurde Slowenien Mitglied der Euro-Zone – gründeten die beiden eine gemeinsame Gesellschaft mit dem Ziel, hervorragende Weine aus regionaltypischen Sorten zu produzieren; 2010 war der erste Jahrgang. Die Cuvée setzt sich aus Šipon (Furmint) mit 55 Prozent sowie Sauvignon blanc und Beli Pinot (Weißburgunder) zusammen. Der Wein wurde in Edel- stahl ausgebaut und in einem slowenischen Weinführer sogleich als »exzellent bis herausragend« bezeichnet. Der Name »Pod Stolpom« (»unter dem Wasserturm«) kommt übrigens nicht von ungefähr: Die Terrassen, auf denen dieser feine Tropfen gewachsen ist, werden nämlich von einem Wasserturm gekrönt.

Der Wein: 2010 Pod Stolpom

Der Geschmack: Ein saftiger und schnörkelloser Wein mit anregend herber Note, der nach grünem Tee, Kräutern und etwas Minze duftet. Dank seiner Würze ist er ein vielseitiger Begleiter zu delikaten und gleichzeitig herzhaften  Gerichten mit Fisch, Kalb und Nudeln.

Der Preis: 7,80 zzgl. MwSt.

Bezug: Viktoria Sagolla Wein-Import
Kirchenstraße 10a · 82110 Germering
Telefon 089-8415621 · Fax 089-84005616
slowenien-weine@t-online.de
www.slowenien-weine.de

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