Umweltfreundliche WellnessSparen mit Kalkül

Im Jahr 2004 ließ Huber ein Lastmanagement installieren, das seitdem den täglichen Stromverbrauch kontrolliert und die Lastspitzen konstant hält. Im Jahr darauf wurden im Haus alle Glühbirnen durch Energiesparlampen ersetzt. Heute ist man in Sachen Beleuchtung noch einen Schritt weiter: »Zur Zeit sind rund 50 Prozent der Anlage mit LEDs ausgestattet«, sagt der Chef des Hauses. Allerdings ist er auf diesem Gebiet noch vorsichtig, da es für die Brenndauer der LEDs keine Gewährleistung gibt. Bisher ist Huber mit dem Ergebnis jedoch zufrieden: »Wir verzeichnen minimale Ausfälle. Die Lichtfarben sind vielfältig und wir haben die richtige Auswahl getroffen.« Durch die bisherige Umstellung würden 48 Kilowattstunden Strom pro Stunde gespart. – Also so viel, wie eine Herdplatte verbraucht, wenn sie einen Tag lang rund um die Uhr eingeschaltet ist. Würde man komplett auf LEDs umrüsten, wären es rund 110 Kilowattstunden. Das entspricht dem Jahresverbrauch eines sparsamen Kühlschranks. Allein im 2542 Quadratmeter großen Wellnessbereich seien durch einen Austausch der bestehenden Beleuchtung noch circa 35 Kilowatt pro Stunde Betriebszeit herauszuholen, was in der Summe auf das Jahr gerechnet an die 130.000 Kilowattstunden Einsparung ergibt. Das entspricht immerhin dem Jahresverbrauch von 33 Vier-Personen-Haushalten.

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Vor vier Jahren entschied sich Huber, die Hotelanlage an das Fernwärmenetz anzuschließen. »Der Baukostenzuschuss für vier Gebäude betrug 180.000 Euro, das dafür notwendige Gebäude 60.000 Euro.« Die Amortisierung werde noch einige Jahre in Anspruch nehmen; außerdem seien die Kosten vergleichbar mit Heizöl. Trotzdem: »Wir würden diesen Schritt jederzeit wieder gehen«, ist Huber von seiner Investition überzeugt. Die Gründe: »Die Einsparung von knapp 270.000 Litern Heizöl entspricht etwa 760.000 Litern Kohlenstoffdioxid«, rechnet Huber vor. Außerdem müsse jetzt kein Heizöl mehr gelagert werden und damit entfallen Gefahrenpotenzial, Geruchsbelästigung und Wartungskosten. »Wir brauchen uns den Kopf nicht mehr darüber zerbrechen, wie wir günstig Öl einkaufen, müssen keinen Ausfall der Heizanlagen befürchten und haben die Sicherheit der garantierten Wärmelieferung.« Vor zwei Jahren wurde erstmals eine Wärmebildanalyse der gesamten Anlage erstellt; die daraus ersichtlichen Mängel – beispielsweise alte Gebäudeteile mit Natursteinvermauerung, der Übergang von Außenbalkonen in das Mauerwerk, die Isolierung bei einigen Unter- und Vordächern – wurden daraufhin peu à peu saniert. Seit 2009 lässt Huber außerdem jährlich überprüfen, ob die wasserführenden Leitungen dicht sind. Die vorerst letzte Maßnahme in Sachen Energieeinsparung war der Umbau aller Kühlaggregate von Wasser- auf Luft­- kühlung im vergangenen Jahr. Kostenpunkt: knapp 80.000 Euro. Die Anlage amortisiert sich dank der Wassereinsparung und der nutzbaren Energie – die nun in Wärmespeichern zur Warmwasseraufbereitung verwendet wird – voraussichtlich bereits 2012.

Obwohl das alles auch Wellness für die Umwelt ist, das …liebes Rot-Flüh sieht sich keineswegs als Öko-Hotel. Vielmehr verfolgen all diese Umbauten, Analysen und Installationen das Ziel, die Kosten im Griff zu behalten. So erklärt sich auch, warum die drei Blockheizkraftwerke derzeit nicht in Betrieb sind: Sie zahlen sich schlichtweg nicht aus. Deshalb antwortet Franz Huber auf die Frage nach seiner Motivation für all diese Maßnahmen ehrlich, er wolle die »Kosten senken«. Außerdem sei es ihm wichtig, »den Sicherheitsstandard zu erhöhen, eine gewisse Unabhängigkeit zu erreichen und technisch auf neuem Stand zu sein«. Nichtsdestotrotz – das mit der Homepage kann sich noch ändern. »Mit unseren Maßnahmen liegen wir erst im oberen Mittelfeld. Sollten wir den Sprung zu den Besten schaffen, wird sich das vielleicht ändern und wir werden uns ›outen‹.«                            

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