Umweltfreundliche WellnessSparen mit Kalkül

Pool- und Badewelt, Saunalandschaft, Whirlpool, Dampfbäder – wer glaubt da schon an einen vorbildlichen Umgang mit Energie? – Das Luxushotel …liebes Rot-Flüh in Österreich zeigt, wie es geht. Seit fast zehn Jahren werden hier kontinuierlich neue Maßnahmen für einen sparsamen Einsatz der Ressourcen ergriffen. Nicht alles hat sich gelohnt. Trotzdem investiert Geschäftsführer Franz Huber weiter in energiesparende Technik.

Auf der Homepage des …liebes Rot-Flüh findet man keinerlei Hinweise darauf, dass in dem Tiroler Wellnesshotel Wert auf einen sorgsamen Umgang mit Energie gelegt wird. Warum nicht? – »Die Wichtigkeit der Information über Energieeinsparung in einem Hotel wird meines Erachtens überschätzt, wird von den wenigsten gelesen und ist eher als Trend zu bezeichnen«, lautet die Erklärung von Franz Huber, Geschäftsführer des Hauses.

Ohnehin ist es mit dem Energiesparen so eine Sache. Die Auswirkungen sind grundsätzlich durchweg positiv – man schont die Umwelt und spart bares Geld. Der Vorgang an sich kann allerdings mühsam sein und Komforteinbußen nach sich ziehen: Duschen statt baden zum Beispiel; oder nachts die Heizung herunterdrehen. Zuhause kann das jeder handhaben, wie er möchte. »Aber wie würden Sie es finden, in den doch wenigen Tagen der Auszeit ein Zimmer zu beziehen, welches zugestellt ist mit Hinweisschildern wie: ›Bitte nur am Balkon rauchen‹ oder ›Bedenken Sie den Waschmittelverbrauch bei einmaliger Benutzung der Handtücher‹?«, fragt Huber. Dem 48-Jährigen obliegt neben dem F&B-Bereich die Technik des Ausgewählten Wellnesshotels zum Wohlfühlen im Tannheimer Tal. Er vertritt die Meinung: In Hotels sei der Unternehmer verantwortlich dafür, dass keine Energie verschwendet werde, nicht der Gast.

Es würde sich ohnehin als schwierig erweisen, die jährlich rund 14.000 Gäste mit knapp 55.000 Übernachtungen auf einen sinnvollen Umgang mit Energie einzuschwören. Deshalb nimmt Huber das selbst in die Hand. Die dafür nötigen Informationen erhält er von Fachfirmen, aus den Medien und durch Gespräche mit Kollegen, die sich ebenfalls mit diesem Thema befassen.

Die ersten Schritte leitete der gelernte Koch 1998 im Hinblick auf den ab 2002 geplanten Umbau des Hotels in die Wege. »Es erschien uns sinnvoll, den Energieverbrauch zu untersuchen. Hier sollten die neuesten technischen Möglichkeiten in Betracht gezogen werden«, erläutert Huber. Um eine Kosten-Nutzen-Analyse zu erstellen, wurden ab 1998 folgende Daten dokumentiert: der tägliche Wasserverbrauch, die tägliche Heizöl-Brennerleistung, die Einstellungen der Heizungs-Temperaturfühler, die Taktung für die elektrische Bodenheizung, die Taktung für die Terrassen- und Dachrinnenheizung sowie die Fassaden- und Parkbeleuchtung. Dann ging es Schlag auf Schlag und beinahe jährlich wurden neue Energiesparmaßnahmen umgesetzt.

2002 entstand ein neuer Suitenanbau sowie der Zwischentrakt »Montanara«. Zugleich erhielt der 1980 erbaute Gebäudekomplex einen Vollwärmeschutz. Seitdem werden dort 40 Prozent Heizkosten eingespart. Ein Jahr später kamen eine neue Wellness- und Saunaanlage sowie ein Freibad hinzu. Gleichzeitig wurden drei Blockheizkraftwerke in Betrieb genommen – eine Investition, über die Franz Huber heute nicht besonders glücklich ist. Die Kosten für Maschinen, Gebäude, Gastank und Leitungen beliefen sich auf 348.000 Euro. Darin nicht eingerechnet ist das Geld für die Abgasführung. Diese verschlang die 30 Prozent Förderung der Kommunalkredit Austria. Damit nicht genug: »Im Jahr 2002 wurde uns eine jährliche Einsparung von ca. 56.000 Euro prognostiziert, was jedoch aufgrund der steigenden Flüssiggaspreise nie erreicht wurde.« Im September 2003 lag der Flüssiggaspreis bei 0,3878 Euro. Bis zum Mai 2011 stieg er auf 0,9401 Euro. Die Folge: Bereits Mitte 2010 entschied sich Franz Huber, die Anlage abzustellen. Denn um zumindest auf dem Niveau zu liegen, als würde man Wärme und  Strom zukaufen, wäre ein Gaspreis von 0,7020 Euro notwendig.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here