Tophotel AcademySparen durch umweltbewusste Unternehmensführung

Die Tophotel Academy – eine Initiative von Tophotel und dem IST-Studieninstitut – befasst sich mit Themen, die für die Hotellerie und ihre Führungskräfte von besonderem Interesse sind. In der aktuellen Folge geht es um das Thema Nachhaltigkeit.

Nachhaltigkeit ist mittlerweile ein geflügeltes Wort, das Thema steht im Mittelpunkt vieler Artikel und Diskussionen und spielt auch in der Hotellerie zunehmend eine Rolle. Doch was bedeutet es eigentlich genau? In Wikipedia finden wir folgende Erklärung: »Das Konzept der Nachhaltigkeit beschreibt die Nutzung eines regenerierbaren Systems in einer Weise, dass dieses System in seinen wesentlichen Eigenschaften erhalten bleibt und sein Bestand auf natürliche Weise regeneriert werden kann.«* Es gibt das Drei-Säulen-Modell, das sich mit ökonomischer, ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit beschäftigt.* Es geht von der Vorstellung aus, »dass nachhaltige Entwicklung nur durch das gleichzeitige und gleichberechtigte Umsetzen von umweltbezogenen, wirtschaftlichen und sozialen Zielen erreicht werden kann. Nur auf diese Weise kann die ökologische, ökonomische und soziale Leistungsfähigkeit einer Gesellschaft sichergestellt und verbessert werden. Die drei Aspekte bedingen sich dabei gegenseitig.«*

Alles greift ineinander

Das ist vor allem vor dem Hintergrund interessant, dass Nachhaltigkeit heute häufig nur  auf die Ökologie bezogen wird. Vielmehr trifft zu, dass auch diese Nachhaltigkeit, die meist mit Umweltmanagement gleichgesetzt wird, nur erreicht werden kann, wenn sie in die Unternehmensführung einbezogen wird. Wir müssen sie aus diesem Grund komplett in unsere Arbeitsprozesse und Strukturen mit einfließen lassen. Beziehen wir unser Verständnis der Nachhaltigkeit auf ein Umweltmanagementsystem, dann hat es folgende Zielsetzungen:

• sukzessive Umsetzung der in der Umweltpolitik definierten Ziele
• kontinuierliche Verbesserung der Umweltperformance
• Kostensparpotenziale systematisch erkennen und nutzen.

Friedrich Gillet von der Optiqum Unternehmensberatung definiert dies in einer Präsentation als einen Kreislauf. Alles greift ineinander – was bedeutet das für uns in der Praxis? Eine umweltbewusste Unternehmensführung, die sich am besten durch eine offizielle Zertifizierung belegen lässt, wird uns Wettbewerbsvorteile verschaffen, denn viele Firmen und auch Privatpersonen achten heute bereits auf Umweltbewusstsein bei ihren Geschäftspartnern oder Urlaubsdestinationen. Viele Maßnahmen, die wir in unsere Geschäftsprozesse einbinden können, bedeuten zudem einen Vorteil in Form von  Kosteneinsparungen. Das funktioniert in der Umsetzung allerdings nur dann, wenn wir auch unsere Mitarbeiter entsprechend schulen und ihnen die Zusammenhänge erklären, damit auch ihr Bewusstsein in puncto Umwelt geschärft wird. Wir kennen alle den ersten, zaghaften Versuch, der sich mittlerweile in den meisten Hotels finden lässt: Der Gast wird höflich gebeten, seine Handtücher wieder säuberlich aufzuhängen und mehrmals zu benutzen – zum Schutz der Umwelt. Das ist ein Anfang. Doch wie oft passiert es, dass der Gast die Handtücher tatsächlich aufhängt und sie dennoch vom Housekeeping alle ausgewechselt werden. Das hat nicht nur zur Folge, dass für die Umwelt nichts getan wird, sondern auch, dass sich der Gast veralbert fühlt. Gäste, die auf Umweltschutz Wert legen, könnten sogar verärgert sein.

Dabei hat umweltbewusste Unternehmensführung definitiv Kosteneinsparungen zur Folge. Weniger Wäsche bedeutet weniger Wäschereikosten. Auch wenn Handtücher und Bettwäsche im Haus gewaschen werden, sparen wir Energie durch einen geringeren Einsatz von Waschmaschinen, Trocknern, Waschmittel und Arbeitszeit. Es ist allerdings sehr wichtig, dass wir die Arbeitsabläufe im Housekeeping entsprechend definieren, die einzelnen Maßnahmen mit aufnehmen und den Mitarbeitern Sinn und Zweck erklären. Das bedeutet die Einbindung des umweltbewussten Handelns in die Strukturen.

Die Einführung eines Umweltmanagement­systems darf die Aufgabe für die Mitarbeiter nicht komplizierter und langwieriger machen, sonst werden die Maßnahmen auf lange Sicht nicht umgesetzt und es fehlt an der Nachhaltigkeit. Wenn man aber neue Schritte optimal in die Abläufe einbindet, bei Bedarf einige Arbeitsprozesse neu definiert, damit alles wieder zusammen passt, ist dies nicht nur ein Teil des Umweltmanagementsystems, sondern führt auch zur Optimierung der Arbeitsabläufe und zu mehr Produktivität. Es muss lediglich darauf geachtet werden, dass alle Vorgänge aufeinander abgestimmt sind. Derartige Projekte sind förderungswürdig und können auch zinsgünstige Bankkredite ermöglichen. Es kann sich demnach finanziell durchaus lohnen, den Umweltschutz aktiv zu unterstützen.

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