Sichere Ladepunkte für ElektroautosDen Anschluss nicht verpassen!

Immer mehr Hotels möchten ihren Gästen die Möglichkeit bieten, ihr Elektroauto vor Ort aufzutanken. Bei den technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen sind sich viele Hoteliers aber unsicher. (Bild: TÜV SÜD)
Hoteliers können im Wettbewerb um nachhaltige Angebote punkten, wenn sie den Trend E-Mobilität einplanen und ihren Gästen jetzt schon Ladestationen anbieten. Über die rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen geben die Experten von TÜV Süd einen Überblick. – von Autoren: Marc Fengel und Michael Ulman, TÜV Süd Industrie Service GmbH
Eine saubere Sache – bis der Strom läuft, ist aber vieles zu beachten. Unabhängige Sachverständigenorganisationen wie TÜV Süd prüfen die Planung und Installation von E-Ladestationen.

Noch haben Elektrofahrzeuge mit etwa zwei Prozent einen relativ geringen Marktanteil, wie das „Center for Automotive Management“ (CAM) der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach ermittelt hat. Allerdings hat sich der Fahrzeugbestand allein innerhalb des letzten Jahres verdoppelt. Anfang 2018 waren fast 54.000 Elektroautos in Deutschland unterwegs – Tendenz steigend. Deshalb bieten immer mehr Hotels und Gastronomiebetriebe ihren Gästen die Möglichkeit, das E-Fahrzeug während ihres Aufenthalts zu laden.

Das Konzept ist indes noch Neuland für viele Hotelbetriebe. In der Praxis stellen die Sachverständigen von TÜV Süd oft fest, dass die Entscheidungsträger und Verantwortlichen für die technische Gebäudeausrüstung verunsichert sind, wenn es um die Beschaffung, die Installation und den Betrieb von Ladesäulen geht. Schließlich können von der Niederspannungsanlage unter Umständen auch Gefahren ausgehen, wie zum Beispiel ein elektrischer Schlag oder Brand. Worauf kommt es also an, wenn die bestehende Elektroinstallation um einen oder mehrere Ladepunkte erweitert wird?

Sicherheit hat oberste Priorität

Jeder Beteiligte – vom Hersteller der Ladesäule über den Fachplaner und Elektroinstallateur bis hin zum Betreiber – muss seinen Teil dazu beitragen, die technische Sicherheit der elektrischen Anlage zu gewährleisten. Hoteliers müssen zudem auch Anforderungen aus dem Arbeitsschutz und der Verkehrssicherungspflicht gegenüber ihren Gästen erfüllen, da sie Mitarbeiter beschäftigen und die Ladesäulen auch als Arbeitsmittel dienen können. Auch zusätzliche Forderungen der Sachversicherer, zum Beispiel hinsichtlich geeigneter Brandschutzmaßnahmen sowie baurechtliche Auflagen, können im Einzelfall bestehen. Schließlich können von den Ladesäulen durch defekte Komponenten, unsachgemäße Handhabung, nicht fachgerechte Reparaturen, witterungsbedingte Einflüsse oder Vandalismus erhebliche Gefahren für Personen ausgehen. Deshalb fordern öffentlich- und privatrechtliche Bestimmungen auch regelmäßige Prüfungen durch eine Elektrofachkraft.

Bei der Planung müssen bereits grundlegende Fragen, wie der Leistungsbedarf und Gleichzeitigkeitsfaktor des Netzanschlusses geklärt werden. Die Vorgaben der Versicherer müssen ebenso beachtet werden wie Anforderungen an den Brandschutz. Bauliche Maßnahmen wie etwa ein Rammschutz, die Barrierefreiheit oder Abstandsregelungen können insbesondere in Tiefgaragen die Möglichkeiten einschränken. Neben den technischen Vorgaben sind zum Teil auch die jeweilige Landesbauordnung, das Straßengesetz und die Garagenverordnung zu beachten.

Häufig werden die Rahmenbedingungen nicht ausreichend berücksichtigt. Auch deshalb, weil die rechtlichen und technischen Vorschriften noch nicht in der gesamten Branche hinlänglich bekannt sind.

Rechtliche Vorgaben einhalten

Beim Einkauf der Komponenten können sich Planer und Installateure auf Produkte verlassen, die das CE-Kennzeichen tragen. Dann sind die Elektrofachkräfte gefordert, die gesamte Niederspannungsanlage zu errichten, die sie meist in eine bereits bestehende Elektroinstallation integrieren. Für die ordnungsgemäße Errichtung ist der Installationsfachbetrieb verantwortlich. Dieser stellt die elektrische Sicherheit und einwandfreie Funktion fest und übergibt die Anlage an den Hotelbetreiber.

Um Gewissheit bezüglich der technischen Sicherheit der Anlage zu haben, sind Hoteliers gut beraten, wenn sie die Planungsunterlagen, die Anlagendokumentation sowie die Elektroinstallation von einer unabhängigen Sachverständigenorganisation wie TÜV Süd überprüfen lassen. Mängel, die so vor der Inbetriebnahme festgestellt werden, können in der Regel noch zeit- und kostengünstig behoben werden. Durch diese Maßnahmen vergewissern sich Betreiber beizeiten, die gesetzlichen und versicherungsrechtlichen Vorgaben eingehalten zu haben. Das schafft Rechtssicherheit im Schadensfall.

www.tuev-sued.de/strom-tanken