Serviced Apartments speziell für Beschäftigte Team-Unterkünfte auf Zeit

Mit dem Livinit entstehen in Frankfurt erstmals Serviced Apartments speziell für Beschäftigte aus dem Gastgewerbe. Mit dem neuen Angebot soll in einer zum Teil prekären Mietsituation vor allem Hoteliers in Ballungsräumen ermöglicht werden, kurzfristigen Wohnraum für neue Mitarbeiter zu finden.

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Mit großem medialem Wirbel wurde 2015 die Mietpreisbremse eingeführt, um Mieter besser vor überteuerten Mietverträgen und aufgezwungenen Maklerkosten zu schützen. Vier Jahre später zeigt sich: Die Regelung hinterlässt kaum Spuren – im Gegenteil: In zwei der vier deutschen Millionenstädte sind die Mieten noch stärker gestiegen als vor der Gesetzeseinführung.

Für die Hotellerie, ohnehin durch den zunehmenden Fachkräftemangel unter Druck, macht sich an dieser Stelle ein neues Problemfeld auf: Wo sollen gerade neue Mitarbeiter eine bezahlbare Wohnung in einer Metropole wie München finden, in der ein Apartment von rund 35 Quadratmetern Größe nicht selten schon auf 800 Euro (kalt) kommt. Um potenziellen Bewerbern überhaupt Möglichkeiten der zumindest kurzfristigen Unterbringung anbieten zu können, werden Hoteliers immer öfter selbst aktiv und kaufen oder mieten in Eigenregie Wohnraum an. Eines der jüngsten Beispiele ist das Berliner Estrel, das 100 Meter vom Hotel entfernt eine Mitarbeiter-WG mit sieben Zimmern und zwei Bädern in einer 200-Quadratmeter-Wohnung ins Leben gerufen hat.

Die prekäre Lage erkannt hat die Evan Group aus der Schweiz, die seit Kurzem mit einem professionellen Geschäftsmodell auf die Hotellerie zugeht. Das Ziel von „Livinit“: Moderne Unterkünfte für Hotelangestellte zu vermitteln. Diese sind zwar auch nicht eben günstig, lassen sich aber flexibler finanzieren und sind mit zahlreichen smarten Services ausgestattet. Gleichzeitig bieten sich für Mitarbeiter mit Migrationshintergrund reelle Chancen, zeitnah an eine Unterkunft zu kommen. „Wir wollen an Hotels vermieten, die dann diese Apartments ganz, teilweise oder nicht kostenfrei an ihre Mitarbeiter weitergeben“, erläutert Ulli Beckmann, Managing Director von Evan Technology & Services, der aktuell das erste Serviced Apartment in Frankfurt-Niederrad entwickelt. Die Resonanz sei sowohl bei Ketten als auch bei Privathotels äußerst gut, auch von den Branchenverbänden werde die Idee unterstützt. „Wir haben in Frankfurt alle relevanten Ketten und Privathotels kontaktiert und gehen davon aus, dass wir das Haus zu
100 Prozent nur mit Mitarbeitern aus der Hotellerie und Gastronomie auslasten können“, so Beckmann.

Nicht nur das reine Angebot an Wohnraum, sondern auch die einhergehenden Serviceleistungen der Evan Group sollen zur Attraktivität des Angebots beitragen. So wurde ein Portal entwickelt, das es den Hotels erlaubt, Kontingente selbst zu belegen und zu reservieren. Ulli Beckmann: „Dieses Portal ist auch ein Tauschportal für Kapazitäten, die man nicht selbst nutzt. Bei uns angemeldete Hotels können sehen, wer welche Kapazitäten freigibt, und diese dann buchen. Damit ist ein Leerstand einzelner Apartments selbst für kurze Zeiträume unwahrscheinlich.“ Der Reservierungsprozess findet vollautomatisch statt, die Öffnung der Türen erfolgt über das Handy. Die Kommunikation der Mitarbeiter im Haus wird über eine eigene App gewährleistet. Diese übernimmt auch Servicefunktionen wie beispielsweise die Steuerung der Waschmaschinen.

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