Selektion Deutscher Luxushotels No-Shows im Restaurant – ein Balance-Akt

Beim Thema Frühstück wird die Umsetzung der Mehrwertsteuersenkung schwierig. Die neuerliche Regelung des Finanzministeriums dazu will der Dehoga Bayern so nicht hinnehmen. (Bild: Fotolia)

Auch die Häuser der Selektion Deutscher Luxushotels haben mit dem Problem des Nichterscheinens so manchen Gastes zu kämpfen. Eine Lösung ist in Arbeit.

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Immer wieder kommt es vor, dass ein Gast einen Tisch für mehrere Personen im Restaurant reserviert, aber letztlich nicht erscheint. In der kostenintensiven Spitzengastronomie sind solche Umsatzverluste deutlich spürbar. Besonders für Restaurants ohne Hotelanbindung kann das sehr schnell zu einer finanziellen Schieflage führen. Das Thema wird derzeit kontrovers diskutiert: Was für den einen wie eine überhebliche Maßnahme wirkt, ist für den anderen notwendige Existenzsicherung, speziell wenn die Kosten für Personal und Wareneinsatz berücksichtigt werden.

Auch in den Häusern der Selektion Deutscher Luxushotels ist das Nichterscheinen von Gästen leider kein Einzelfall. Eine allgemein gültige No-Show-Policy gibt es in den Häusern des Verbundes jedoch nicht. »Wir entscheiden von Fall zu Fall. Doch in der Regel versuchen wir, kulant zu reagieren«, erklärt Frank Marrenbach, Geschäftsführender Direktor des Brenners Park-Hotel & Spa in Baden-Baden. In der »Brasserie Desbrosses«, dem Restaurant des Ritz-Carlton Berlin, gibt es ebenfalls kein standardisiertes Vorgehen, wenn der Gast trotz Reservierung ausbleibt. »Der Wettbewerb in Berlin ist groß, denn wir konkurrieren derzeit mit über 4.500 Restaurants und kämpfen täglich um jeden Gast. Da heißt es, die Stammgäste zu halten und neue Gäste zu gewinnen«, erklärt die F&B-Direktorin des Hotels, Isabel Steinhauer. Das Restaurant wirbt mit Flexibilität: Gruppen bis zu 20 Personen können à la carte wählen. Bei bestimmten Anlässen wie dem Champagner-Brunch oder in der Weihnachtszeit werden die Gäste allerdings gebeten, ein Formular zur Kreditkartengarantie auszufüllen. Wurde die Stornierung versäumt, kann das Hotel 50 Prozent aller anfallenden Kosten abbuchen. »Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, die No-Show-Rate ist geringer geworden«, sagt Isabel Steinhauer.

Sogar im derzeit stets ausgebuchten »Matsuhisa Munich«, dem neuen und angesagten Restaurant im Mandarin Oriental Munich, wird über die Einführung einer No-Show-Gebühr nachgedacht. Das ist nicht nur dem drohenden Umsatzverlust geschuldet, sondern auch der Fairness gegenüber den Gästen. Denn wenn das Restaurant aufgrund der hohen Nachfrage eine Buchungsanfrage absagen muss, am Abend allerdings Plätze frei bleiben, spricht sich das herum und es entsteht schnell ein falscher Eindruck.

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