Schweizer Tourismus in ZahlenNegative Gesamtbilanz trotz mehr inländischer Gäste

Obwohl vor allem in den schweizer Berggebieten mehr inländische Gäste Urlaub machten, konnte dies den Ausfall an ausländischen Besuchern nicht ausgleichen. (Bild: Pixabay/Teefarm)
Die Organisation Schweiz Tourismus hat eine Zwischenbilanz gezogen. Demnach verbuchen die Berg-Gebiete einen erfreulichen Anstieg von einheimischen Gästen. Doch dies kann den massiven Rückgang der ausländischen Touristen nicht kompensieren. Vor allem in den Städten reißt der wegbleibende Übersee- und Geschäftstourismus ein großes Loch in die Bilanz.
Dank eines Ansturms von Schweizer Gästen stiegen in den Bergdestinationen in den Monaten Juni bis August die Hotellogiernächte um 37 Prozent. Das ist eine Million Übernachtungen mehr als zur selben Zeit 2019. Sehr begehrt seien dabei zudem Aufenthalte und Besuche in der jeweils anderen Sprachregion. Hervor geht dies aus einer landesweiten Branchenumfrage bei Tourismusdestinationen, Sehenswürdigkeiten und großen Bergbahnen, die Schweiz Tourismus (ST) für die Monate Juni bis August vor kurzem durchgeführt und am heutigen Donnerstag, 13. August 2020, veröffentlicht hat. Die Aussagen für August basieren laut ST auf Buchungen und Schätzungen der Befragten.

Die ausländische Nachfrage nach Schweizer Bergsommerferien habe sich dagegen in engen Grenzen gehalten. Trotz erster Gäste aus den Nachbarländern und den Benelux-Staaten rechnen die lokalen Tourismusakteure mit einem Rückgang von mindestens 44 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das sind 1,3 Millionen ausländische Hotelnächte weniger. Dieses riesige Minus könne auch von den zusätzlichen Schweizer Gästen nicht kompensiert werden. Für die Sommerferien-Saison zeichnet sich daher auch in den Bergen eine negative Gesamtbilanz von über fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr ab.

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Ausländische Gäste fehlen in den Städten

Stark vermisst würden weiterhin Reisende aus Übersee, die bevorzugt Städte besuchten, schreibt ST. Zudem falle der Geschäfts- und Kongresstourismus nach wie vor größtenteils aus. Pandemie-bedingt müssten zudem immer noch Veranstaltungen abgesagt werden. Dies treffe die Tourismusanbieter in den Schweizer Städten massiv. Dadurch fehlten alleine von ausländischen Gästen in den Sommerferien-Monaten über 2,5 Millionen Hotellogiernächte, was einem Minus von 63 Prozent entspreche. In einigen mittelgroßen Städten habe es dennoch mehr Schweizer Gäste diesen Sommer gegeben. Diese stammten auch hier oft aus anderen Sprachregionen.

Negative Gesamtbilanz zeichnet sich ab

Damit fehlen in den Städten und in den Bergregionen gemäß aktuellem Stand von Juni bis August gesamt 3,2 Millionen Hotelübernachtungen. Dies entspreche einem Minus von 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, rechnet ST vor. Aufgrund der großen Unsicherheiten durch die Pandemie äußern sich die Tourismusorganisationen und -anbieter für die Aussichten auf den Herbst sehr besorgt und zurückhaltend. Es sei schwierig bis unmöglich, Prognosen zu stellen, heißt es. Die aktuelle Buchungslage ist sehr schwach, die Sorge vor weiteren großen Rückgängen weit verbreitet.

Quelle: www.htr.ch

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