Im Frühjahr endet das analoge Satelliten-ProgrammSchleichender Wechsel

Ein Drittel der inhabergeführten Hotels in Deutschland läuft Gefahr, nach Beendigung der analogen TV-Verbreitung über Satellit am 30. April 2012, ihren Gästen vorerst kein Fernsehen mehr bieten zu können. Betroffene Hotels sollten dringend auf diese Problematik reagieren und sich mit neuen TV-Lösungen auseinandersetzen – zumal diese wegweisende Innovationen bereithalten.

Im November befragte Concentra Marketing Research im Auftrag der »Deutschen TV-Plattform« 240 Verantwortliche von Hotels, Krankenhäusern und Wohnanlagen, die ihre Fernseher mit Satelliten-Signalen versorgen. Das überraschende Ergebnis: Während die Digitalisierung bei der Wohnungswirtschaft besonders weit fortgeschritten ist, kann die Umstellung in der Hotellerie, vor allem bei kleineren und mittleren Häusern, nur als unterdurchschnittlich bezeichnet werden. Nach jetzigem Stand würden in rund 33 Prozent der befragten Betriebe die Fernseher in den Zimmern ab 1. Mai 2012 schwarz bleiben.

Auch wenn der Informationsstand über die bevorstehende Umstellung des Satellitenfernsehens bei Umfrageteilnehmern mit 95 Prozent relativ hoch erscheint, waren über die Hälfte nicht in der Lage, den exakten Umschalttermin auf Anhieb zu nennen. Zudem konnten trotz des in vier Monaten anstehenden Abschalttermins knapp ein Drittel aller befragten Betreiber nicht einschätzen, ob bei ihnen Umrüstungen nötig sind. Über 50 Prozent der Hoteliers wissen nicht, welche Maßnahmen konkret zu treffen sind. Alarmierend ist auch, dass zwar 30 Prozent grundsätzlich wissen, was zu tun ist, bisher aber nicht aktiv geworden sind bzw. noch nicht entschieden haben, welche Maßnahmen sie konkret ergreifen werden. Schon jetzt kann diese mangelnde Dynamik erns­te Folgen haben: In den kommenden Monaten sind witterungsbedingte Einschränkungen bei der Umrüstung von Kopfstellen sowie Termin- und ­Materialengpässe zu erwarten.

Vernetzung ist alles

Die Umstellung auf eine digitale Kopfstelle sollte aber nur der Auslöser sein, um das TV-Equipment im Hotel technisch auszurüsten. Fast jeder Gast verfügt mittlerweile über ein oder mehrere, nach eigenem Gusto eingerichtete mobile Endgeräte wie Notebook, Tablet-PC oder Smartphone. Die Herausforderung des Hoteliers besteht also darin, eine individuelle multimediale Unterhaltungswelt zu schaffen, wie von zu Hause gewöhnt. Technisch gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie Gäste im Hotel Zugriff auf ihr individuelles Unterhaltungsprogramm erhalten. IP-TV bietet beispielsweise interessante Dienste wie Gästebegrüßung, Video-on-Demand und Timeshifting. Es liegt in der Hand des Hoteliers, wie viel er in die bestehende Infrastruktur investieren will.
Zu berücksichtigen ist, dass das hoteleigene Angebot oftmals nicht den Vorlieben der Gäste entspricht. Besser ist es nach Meinung der Experten von The Cloud – Europas führendem WLAN-Provider (www.thecloud.de) – zwei parallele Welten miteinander zu verbinden. Der Weg dahin führt über die Verknüpfung der mobilen Gadgets der Gäste mit dem hoteleigenen TV-Angebot. Auf diese Weise avanciert der Fernseher zum »Qualitäts-Bildschirm« für die individuellen Streaming-Inhalte, die über das mobile Internet abgerufen werden. Die Voraussetzung dafür: breitbandige Netze und hohe Übertragungsqualitäten. Im Hotel sind TV-/High-Speed-Internet-Access-Netzwerkinfrastrukturen langfristige Investitionen und sollten deshalb unter Kosten- / Nutzenaspekten nachhaltig geplant sein. Fernsehgeräte haben in der Regel eine Lebensdauer von maximal zehn Jahren, mobile Gäste-Endgeräte sind meist schon nach zwei Jahren überholt. Der Aufbau einer starken Infrastruktur lohnt sich daher in jedem Fall, ob kabellos oder kabelgebunden.
Welche Geräte und Applikationen in welchen Bereichen zum Einsatz kommen, hängt vom Bedarf des Hotels und den Ansprüchen der Gäste ab. Wichtig ist, sich vorab Gedanken zu machen, was die Ausstattung können muss und ob der Nutzen den Kosten entspricht. In der Praxis könnte das Szenario wie folgt aussehen: Der Gast holt sich über sein iPad die gewünschten Inhalte, verbindet es mit dem Fernseher und »streamt« über WLAN sein Video auf dem Hotel-TV. Möchten Hoteliers ihren Gästen darüber hinaus eigene spannende Inhalte bieten, zum Beispiel Filme oder Sport, lässt sich dies unter anderem durch klassischen DVB-Empfang und lizensierte Abo-TV-Angebote realisieren.

Fernseher meets App

Nicht nur Highspeed-Internet und mobile Endgeräte à la iPad geben den ­Hoteliers künftig mehr Entscheidungsspielraum hinsichtlich der technischen Aufrüstung der Zimmer, auch die Fernseher selbst haben ihr Spektrum erweitert. Flach und energiesparend sind sie fast alle, dank Internetzugang ist es jetzt auch möglich, dem Gast verschiedene Apps bereitzustellen, mit denen er beispielsweise via Facebook mit seinen Freunden kommuniziert und gleichzeitig seine Lieblingsserie schaut. Diese neue Generation von Fernsehern heißt Smart- oder Hyprid-TV und war eines der bestimmenden Themen auf der diesjährigen Internationalen Funk-Ausstellung in Berlin. Grundvoraussetzung ist ein Breitband-Internetanschluss, der über eine Geschwindigkeit von mindestens 6000 KBit/s verfügt; für HD-Qualität müssen es 8000 KBit/s sein.

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