Rufmord-Vorwürfe Adlon-Investoren treffen sich vor Gericht

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Ist die Insolvenz des Grand Hotels Heiligendamm möglicherweise auf rufschädigende Aussagen seitens der Investoren zurückzuführen? Unter anderem mit diesem Vorwurf setzt sich ab heute das Dortmunder Landgericht auseinander, wo der Aachener Immobilienunternehmer Anno August Jagdfeld gegen den Versicherungskonzern Signal Iduna auf Schadensersatz in dreistelliger Millionenhöhe klagt.

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Mit einer der größten Schadensersatzklagen seit der Kirch-Pleite 2002 hofft der Investor Jagdfeld auf insgesamt 429 Millionen Euro von Signal Iduna. Hintergrund: Im Zusammenhang mit der Finanzierung des Hotels Adlon Kempinski Berlin vor fünf Jahren soll es eine Rufmordkampagne gegen den Investor Jagdfeld gegeben haben; das berichtet die Berliner Morgenpost. Anschließend sei es zu gravierenden Schäden am Vermögen gekommen, die für das Unternehmen existenzbedrohend waren sowie das Vertrauen von Anlegern und Banken nachhaltig geschädigt hätten. In einem kausalen Zusammenhang sieht Jagdfeld damit auch die Insolvenz des Grand Hotels Heiligendamm an der Ostsee im Folgejahr.

Diese Vorwürfe werden von Sprechern des Signal Iduna-Konzerns zurückgewiesen. Es habe keine negativen Äußerungen über Jagdfeld und sein Unternehmen seitens der Versicherungsgruppe gegeben, wird Konzernsprecher Edzard Bennmann von der Morgenpost zitiert.

Bis juristisches Licht in das Dunkel aus Vorwürfen und Pleiten gebracht werden kann, wird möglicherweise viel Zeit vergehen. Die Juristen des Investors Jagdfeld rechnen sich gute Chancen aus und vergleichen die Rechtslage mit dem gerichtlichen Streit zwischen Leo Kirch und der Deutschen Bank vor 14 Jahren; allerdings stellt man sich in Dortmund auf ein langes Verfahren ein, bis die Schadenssumme und tatsächlich zu leistende Ersatzzahlungen festgelegt werden.

Quelle: Berliner Morgenpost

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