SteuertippReparaturkosten bei Falschbetankung nicht abziehbar

Entstehen durch die Falschbetankung eines Fahrzeuges Reparaturaufwendungen, können diese nicht als Werbungskosten neben der Entfernungspauschale geltend gemacht werden. Das entschied der Bundesfinanzhof.

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Auf dem Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstätte schnell noch bei der Tankstelle vorbeigefahren, in der Eile den falschen Sprit getankt und dabei das Auto fast ruiniert. Ärgerlich, aber rein steuerlich kein Beinbruch, könnte man meinen. Weit gefehlt, entschied der Bundesfinanzhof (BFH) am 20. März 2014 anders als das Niedersächsische Finanzgericht in der Vorinstanz. Das urteilte im April 2013 nämlich verständnisvoll und gab der Klage eines Arbeitnehmers, der irrtümlich Benzin anstelle von Diesel getankt hatte, statt.

Der Arbeitnehmer hatte in seiner Steuererklärung sowohl die Entfernungspauschale von 30 Cent je Entfernungskilometer für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte als auch die Reparaturkosten in Höhe von 4.200 Euro, die im Zusammenhang mit dem Tankdesaster entstanden sind, eingetragen. Das Finanzamt akzeptierte das allerdings nicht und führte an, dass neben der Entfernungspauschale nur Kosten eines Unfalls zum Werbungskostenabzug zuzulassen seien. Eine Falschbetankung sei jedoch kein Unfall. Erst das Finanzgericht hatte ein Einsehen und gab der nachfolgenden Klage mit der Begründung statt, die Entfernungspauschale greife für außergewöhnliche Aufwendungen nicht ein. Daher seien diese Kosten für die Falschbetankung steuerlich zusätzlich abzugsfähig.

Der BFH positionierte sich nunmehr auf der Seite des Finanzamtes, hob die Vorentscheidung des Finanzgerichts auf und entschied, dass die Reparaturaufwendungen nicht als Werbungskosten neben der Entfernungspauschale geltend gemacht werden können. Doch damit nicht genug: Die obersten Finanzrichter entschieden nach dem eindeutigen Wortlaut des Gesetzes. Danach sind alle Aufwendungen, auch außergewöhnliche wie Unfallkosten, durch die Entfernungspauschale abgegolten. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Finanzverwaltung die Aussage des BFH nicht eins zu eins umsetzt und auch zukünftig zu Gunsten der Steuerpflichtigen zulässt, Unfallkosten, die nicht unter Alkoholeinfluss entstanden sind, neben der Entfernungspauschale abzuziehen.

Für Autofahrer bedeutet das in jedem Falle: Beim Tanken und beim Fahren besser Vorsicht walten lassen!

 

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