Recruiting Ausländische Hospitality-Talente bieten großes Potenzial

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Bei Stellenausschreibungen denken viele Hoteliers zunächst an Fachkräfte aus dem Inland. Dabei lohnt sich gerade für das Gastgewerbe durchaus der Blick über die Grenzen: Denn, so das Ergebnis einer internationalen Studie, auch im Ausland suchen viele qualifizierte – und umzugswillige – Fachkräfte nach dem perfekten Job.

Wie hoch die Bereitschaft von Fachkräften ist, im Ausland zu arbeiten, und unter welchen Voraussetzungen sie bereit sind, ihre Heimat für eine neue Arbeitsstelle zu verlassen, zeigen Ergebnisse einer neuen globalen Studie der drei in der Yourcareergroup zusammengeschlossenen Internet-Jobbörsen. Mehr als 22.000 Talente aus Hotellerie, Gastronomie und Tourismus wurden für die internationale Erhebung befragt.
Zum Arbeiten ins Ausland, dafür sind Gastronomie-, Hotellerie- und Tourismusbranche durch ihre weltweite Verbreitung wie auch ihre internationalen Zielgruppen prädestiniert. Und auch die Belegschaft zeichnet sich durch Multikulturalität aus, wie die Studie „Global hospitality talents – Hotelcareer
recruiting insights: how to attract, recruit and retain a global workforce“ (vereinfacht übersetzt „Wie Fachkräfte global gewonnen und gebunden werden“) zeigt: 41 Prozent der befragten Teilnehmer arbeiten in einem Team mit drei bis sechs verschiedenen Nationalitä-
ten, jeder Vierte sogar mit Kollegen aus mehr als zehn unterschiedlichen Ländern. Diese Herkunftsvielfalt ist bereits ein erster Hinweis auf die Bereitschaft von Fachkräften, für einen attraktiven Job in ein anderes Land umzusiedeln. Und tatsächlich sind der Studie zufolge 86 Prozent aller befragten Talente aus dem Gastgewerbe grundsätzlich bereit, einen Job jenseits der Heimat anzutreten. Mehr als jeder Dritte hat diesbezüglich bereits Erfahrung.

Jobwechsler bilden eine zusätzliche Zielgruppe

Doch die Kandidaten stellen Bedingungen. Diese sollten Arbeitgeber im aktuell hart umkämpften Fachkräftemarkt erfüllen – einmal mehr in Zeiten hoher Mitarbeiterfluktuation, starken Wettbewerbs und immer anspruchsvollerer Kundenbedürfnisse, denen ein eher nachteiliger Ruf der Branche mit Blick auf Arbeitszeiten und -bedingungen gegenübersteht. Ziel sollte sein, sich als idealer Arbeitgeber zu positionieren; bestenfalls auch für diejenigen Fachkräfte, die aktuell einen Job haben. Denn gut zwei Drittel aller Befragten plant in naher Zukunft einen Jobwechsel, 37 Prozent davon sogar binnen drei Monaten.

Talente möchten gefordert werden

Wie die Studienergebnisse zeigen, zeichnet sich ein solcher Wunsch-Arbeitgeber aus Sicht der Hospitality-Talente primär dadurch aus, dass er das Fortschreiten ihrer beruflichen Laufbahn unterstützt. Analog dazu empfinden die Befragten die Aussicht auf neue Erfahrungen und Herausforderungen im Job als größten Motivator für einen arbeitsbedingten Umzug ins Ausland. Auch die Erwartung besserer Karriereoptionen steht bei den Fachkräften hoch im Kurs.

Neuer Job – privat muss es auch stimmen

Was der perfekte Arbeitgeber außerdem bieten sollte, sind eine angemessene Bezahlung, eine ausgeglichene Work-Life-Balance sowie die passenden Trainings- und Weiterbildungsmaßnahmen. Genauso wichtig wie Progression im eigenen Arbeitsumfeld ist den Studienteilnehmern die persönliche Entwicklung: Die Mehrheit möchte neue Kulturen und Lebensweisen kennenlernen. Insbesondere in der Altersgruppe ab 40 Jahren ist es den befragten Fachkräften laut Studie sehr wichtig, im künftigen Job den persönlichen Horizont erweitern zu können.

Arbeitgebereinsatz ist ­wesentlich

Stünde die Unterschrift auf einem Arbeitsvertrag im Ausland konkret an, wünscht sich ein Großteil der Mitarbeiter in spe seitens des künftigen Arbeitgebers Hilfe bei der Wohnungssuche und der Organisation des Umzugs. Erste Anforderung an einen Job im Ausland ist die persönliche und finanzielle Sicherheit – immerhin müssen die Talente nicht nur im Beruf, sondern auch privat in der Regel ganz neu starten. Das wollen sie auf einer stabilen Basis tun. Wenn alles stimmt, ist mehr als die Hälfte aller Fachkräfte gewillt, die neue Arbeitsstelle so lange wie möglich zu halten.

Perspektive: Zuversicht

Was bedeuten diese Ergebnisbeispiele für Arbeitgeber aus der Hospitality-Branche? Zunächst einmal, dass der Großteil von ihnen qualifizierte Talente aus einem wesentlich größeren Pool rekrutieren kann, als möglicherweise bisher angenommen. Das steigert die Chance auf die Optimalbesetzung um ein Vielfaches. Selbstverständlich müssen die Stellenausschreibungen sprachlich und inhaltlich sowie hinsichtlich der Plattform auf die Zielgruppen zugeschnitten sein. Gleiches gilt für die Jobprofile und das gesamte Unternehmensumfeld: Teamwork, abwechslungsreiche Abläufe, flexible Arbeitszeitmodelle, Interaktivität, Weiterbildung und persönliche Entwicklung sind einige der meistgewünschten Konditionen auf Kandidatenseite.

Über die Studie: Für die Studie „Global hospitality talents – Hotelcareer recruiting insights: how to attract, recruit and retain a global workforce“ befragten die Macher unter dem Dach der Yourcareergroup mehr als 22.000 Talente aus den sechs Branchenzweigen Hotel, Gastronomie, Foodservice und Catering, Kreuzfahrtschiffe, Pubs und Bars sowie Tourismus. Zum Zeitpunkt der Erhebung arbeiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Europa sowie in weiteren spanisch- und englischsprachigen Ländern. Die Altersspanne der Probanden reichte von 15 Jahren bis zu mehr als 65 Jahren, die Arbeitserfahrung von einigen Monaten bis hin zu mehr als zehn Jahren. Karrierelevel umfassten Praktika über Facharbeiter bis hin zum geschäftsführenden Vorstand. Ausgewertet wurden die Ergebnisse sowohl übergreifend als auch unter anderem selektiert nach Arbeitssektor, Alter, aktuellem Arbeitsland und Managementlevel. Die Studie entstand in Kooperation mit den branchenspezifischen europäischen Jobbörsen Hotelcareer, Caterer, Catererglobal und Turijobs. Das englischsprachige Whitepaper zur Studie kann unter hotelcareer.de/studie heruntergeladen werden.