Rassismusdebatte Das Augsburger Drei Mohren ändert seinen Namen

Hotel Drei Mohren in Augsburg. (Bild: Drei Mohren Augsburg)

Seit mehreren Jahren wird das erste Haus am Platze mit Vorwürfen konfrontiert, dass der Name “Drei Mohren” rassistisch belegt sei. Unter anderem startete eine Jugendgruppe von Amnesty International Mitte 2018 eine Petition gegen die Firmierung. Heute stellte GM Gandenheimer den neuen Namen vor. So firmiert das Haus künftig:

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Das Drei Mohren Hotel in Augsburg nennt sich künftig Maximilian’s Hotel. Der neue Name passe besser zur internationalen Vermarktung des Hauses, sagt Hoteldirektor Theodor Gandenheimer. „Es ist ein zeitgemäßer Name, um Gäste aus aller Welt und allen Kulturen anzusprechen.“ Namensgeber Kaiser Maximilian I. (1459-1519) habe eine herausragende Bedeutung für Augsburgs große Geschichte. dazu passe auch die zentrale Lage des Hotels, das von 1979 bis 2019 mit Steigenberger kooperierte und seither Partner von Preferred Hotels & Resorts ist.

“… dem gesellschaftlichem Wandel Genüge tun.”

Laut Gandenheimer wurde die Diskussion bezüglich des alten Namens zum Anlass genommen, viele Gespräche mit Gästen und Beschäftigten zu führen. „Wir haben entschieden, dass wir mit einem neuen Namen dem gesellschaftlichen Wandel Genüge tun“, stellt der Hotelchef fest. Als erstes Haus am Platz bekunde man so auch seine Verantwortung in unserer vielfältigen, bunten Gesellschaft.

Zu den Kritikern gehörte unter anderm eine Jugendgruppe von Amnesty International. Diese startete Mitte 2018 eine Petition zur Umbenennung des Hotels Drei Mohren. Ihre Motivation: „Mohr“ sei eine veraltete Bezeichnung für Schwarze Menschen, die ihren Ursprung in der kolonialen Vergangenheit Deutschlands hat und im Laufe der Geschichte zur Abwertung und Herabstufung Schwarzer Menschen verwendet wurde. Von daher ist sie als rassistisch zu bewerten.

So kam das Drei Mohren zu seinem Namen

Seinen ursprünglichen Namen verdankt das Haus einer Legende: Demnach wird von vier Abessinischen Mönchen berichtet, die um 1495 längere Zeit von Gastwirt Konrad Minner beherbergt wurden: Der Gasthof befand sich zu dieser Zeit schräg gegenüber dem heutigen Standort. Der kalte Winter hatte die vier Mönche zu einem übereilten Rückmarsch Richtung Süden bewogen, wobei einer von ihnen schon auf dem Augsburger Hochfeld ums Leben kam. Der Gastwirt Minner hat die drei Überlebenden wieder in sein Haus geholt und half ihnen über den Winter. Vor ihrer Abreise im nächsten Frühjahr wurde ihr Bildnis auf einer Tafel verewigt, welche auch das Gasthausschild wurde.

Der Namenswechsel von „Drei Mohren“ zu „Maximilian’s“ soll noch in diesem Jahr vollzogen werden.

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