InterCityHotel Berlin HauptbahnhofProjekt »Bahnhofshotel«

Noch integrieren Bahnhöfe keine Hotels, wie es Flughäfen tun. Dennoch ist die Verbindung von jeher innig. Herbergen im Bahnhofsdunstkreis – früher eher einfache Absteigen – sind heute Flagship-Häuser. Wie das neue InterCityHotel Berlin Hauptbahnhof.

So ganz ist die Diskussion um die Verlängerung des Glasdachs am Berliner Hauptbahnhof noch nicht verstummt; und möglicherweise wird nachgebessert, werden die fehlenden 129 Meter doch noch nachträglich angebaut. Von nicht vollendeten Planungen oder gar Zeitverzögerungen im Bau gibt es beim neuen InterCityHotel Berlin Hauptbahnhof indes nichts zu berichten. In dem auf einer Brachfläche errichteten, wie geplant in zwei Jahren fertiggestellten und im Oktober eröffneten Haus läuft eigentlich alles wie am Schnürchen. Drumherum tobt noch ein wenig das Baustellenchaos – gerade wurde der Grundstein für ein nach dem früheren US-Präsidenten John F. Kennedy benanntes Bürogebäude gelegt –, drinnen geht es geschäftig zu. »Gleich zu Anfang und an einem der ersten Wochenenden hatten wir eine Belegung von 100 Prozent. Bislang liegt die Auslastung im Durchschnitt bei 80 Prozent, gerechnet hatten wir mit 60«, zeigt sich Hoteldirektorin Steffi Wisotzky mit dem Opening zufrieden. Die zentrale Lage sei ­eindeutig ein Buchungskriterium, so die General Managerin. Diese beinhaltet nicht nur die direkte Nachbarschaft zur Bahn – von mehreren Flurfenstern aus zeigen sich Bahnhof und Gleisanlagen beeindruckend aus der Vogelperspektive; auch die Anbindung an die Flughäfen Berlin-Tegel und Berlin-Schönefeld ist gut. Ein weiterer ­Vorteil des zentralen Verkehrsknotenpunktes: Die City Ost wie West ist per Schiene schnell erreichbar. Und das kostenlos. »Im Zimmerpreis ist die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs inklusive«, so Steffi Wisotzky. Fußläufig erreichbar sind das Regierungsviertel, Museen wie der Hamburger Bahnhof und das Naturkundemuseum. Ebenso das Restauranttheater »Palazzo«, das gerade für die Wintersaison sein Spiegelpalast-Zelt in der Nachbarschaft aufgeschlagen hat. Gemütliche 20 Minuten per pedes sind es bis zur Friedrichstraße.

Geräumige, offene Lobbies spiegeln den Zeitgeist wider, da macht auch das von der Steigenberger Hotels AG betriebene InterCityHotel keine Ausnahme. Für das Design der öffentlichen Bereiche im Hotel zeichnet der Düsseldorfer Innenarchitekt Dieter Dreesen verantwortlich. Die in poppig-kräftigen Farben gehaltene Rezeption, die Bar, Lounge und das Restaurant gehen ineinander über. Mittendrin der virtuelle Concierge: ein überdimensionaler Touchscreen, der in Deutsch und Englisch Einkaufs-, Restaurant-, Kultur- und Sightseeing-Tipps gibt.

Rund 53 Millionen Euro hat die CA Immo für das achtgeschossige Flaggschiff mit einer Bruttogeschossfläche von 19.800 Quadratmetern und einer Tiefgarage mit 100 Stellplätzen in die Hand genommen, um den Entwurf der Braunschweiger Architekten ­Reichel + Stauth zu realisieren. Als »Ausrufezeichen hinter das Hauptstadtengagement« beschreibt Puneet Chhatwal, CEO der Hotelgruppe, das neue Projekt. »Es nimmt auch eine Vorreiterrolle im Segment der gehobenen Mittelklassehotels ein und setzt so neue Maßstäbe«, ordnet Chhatwal das InterCityHotel Berlin Hauptbahnhof mit seiner nicht-klassifizierten Vier-Sterne-Ausstattung innerhalb der nun drei InterCityHotels in der Hauptstadt sowie in den Berliner Hotelmarkt ein. Mit dem Motel one, einem von der Zimmeranzahl etwas größeren Mitstreiter in unmittelbarer Nähe, stehe man, so Steffi Wisotzky, nicht in direkter Konkurrenz, vielmehr begleite man zusammen den Markt. Häuser an der Friedrichstraße stünden mehr im Visier, sagt die Direktorin, die einen RevPAR von 48 bis 50 Euro anstrebt. Die gebürtige Thüringerin, die zuvor das Opening des InterCityHotels Dresden vorbereitet und das Haus geleitet hat, will das Team von 50 Mitarbeitern um weitere zehn bis 15 Prozent aufstocken.

412 klimatisierte Zimmer der Kategorien Standard (20 qm), Business sowie Business Plus stehen zur Verfügung. Als technische ­Annehmlichkeiten gibt es in allen Zimmern Satelliten-TV mit Sky-Kanälen sowie WLAN im ganzen Haus – ­beides kostenfrei. Mit Letzterem werden im Flagship-Haus am Hauptbahnhof neue Wege beschritten; 2014 soll gratis WLAN, so Steffi Wisotzky, in allen Häusern der Marken InterCityHotel und Steigenberger Standard werden.

Die seit Jahren bestehende Kooperation mit dem Fachbereich Fotografie der Fachhochschule Bielefeld beschert dem Haus die Kunst: In den Fluren und auf den Zimmern hängen Bilder, die »Berlin auf den zweiten Blick« zeigen. Gestaltet wurden die Flure sowie die in Braun, Beige und Orange gehaltenen Zimmer von der nordrhein-westfälischen Innenarchitektin Annegret Weller.

Mit zehn tageslichtdurchfluteten Konferenzräumen und einer Gesamtfläche von 515 Quadratmetern verfügt das Haus nicht gerade über die größten Tagungsflächen in der Stadt, doch das soll sich im Frühjahr 2014 ändern. Dann eröffnet als direkter Nachbar das Steigenberger Hotel am Kanzleramt. »Das macht zusammen über 700 Zimmer. Gerade im Meetingbereich sehen wir Synergien, da uns dann über 20 Konferenzräume zur Verfügung stehen«, kündigt die Direktorin geballte Power zwischen dem Hauptbahnhof und dem Regierungsviertel an. »Wir sind derzeit mit verschiedenen Projektentwicklern in Verhandlungen über weitere Hotelobjekte«, erläutert Chhatwal die Strategie. »Unser Ziel ist es, sowohl mit unseren Steigenberger Hotels & Resorts als auch mit den InterCityHotels Marktführer im jeweiligen Segment in Berlin zu sein.«

 

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