Praktische Tipps vom Marketing-ProfiSo geht Social-Media-Marketing während der Krise

Zum Thema Social-Media-Marketing kann Experte Jens Piesker einige Tipps geben. Denn dieses ist in Krisenzeiten besonders wichtig. (Bild: Pixabay/Lobo Studio Hamburg, Onfire Digital Dresden)

Social-Media-Marketing ist für Hoteliers und Gastronomen ein unabdingbares Tool, um Gäste zu gewinnen und zu halten. Doch wie sollten Kanäle wie Facebook und Instagram in Krisenzeiten bespielt werden, um möglichst viele potenzielle Besucher anzulocken und zu binden? Das erklärt Jens Piesker, Marketing-Experte bei der Agentur Onfire digital in Dresden.

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Jens Piesker ist einer von drei
Geschäftsführern der Agentur Onfire digital in Dresden. Der studierte Sozialwissenschaftler ist seit 2013 als Social-Media-Berater in der Politik und Wirtschaft tätig; unter anderem für den Dehoga. Zudem hat er sich auf Social-Media-Marketing (B2C) in der Hotel- und Gastronomiebranche spezialisiert. Mehr Informationen online unter www.onfiredigital.de.

Sich vor dem Ansturm gut aufstellen

“Wenn du das Gefühl hast, dass gerade alles auseinanderfällt, versuche, ruhig zu bleiben. Es sortiert sich nur neu.” Genau diese Ruhe sollten Hoteliers und Gastronomen nutzen, um sich effizient für den (An-)Sturm nach der Krise zu wappnen. Sollten Themen wie Website, Facebook und Instagram bisher eher stiefmütterlich behandelt worden sein, dann haben Sie jetzt die Möglichkeit, hier nachzujustieren. Generell halten sich die User gerade vermehrt in den sozialen Medien und Online-Shops auf. So steigt hier die Interaktion auf den Profilen und mit den Beiträgen. Zudem ist zu beobachten, dass die Preise für Facebook- und Instagram-Werbung den Spritpreisen an den heimischen Tankstellen nacheifern und ebenfalls sinken.

Witzige Kampagnen statt immer wiederkehrende Aufrufe

Zehn Euro kostet ein “Schnaps mit dem Chef”, mit welchem ein Dresdner Pub seine Gäste begeistern will.

Aktuell versucht jedes Unternehmen, den Cashflow mit Gutscheinen für die Krise anzutreiben, und man liest es schon fast inflationär im Feed. Besser ist: Seien Sie witzig und kreativ und sprechen Sie Ihre Community an! Ein gutes Beispiel ist die Start-Next-Kampagne eines Dresdner Pub-Besitzers, der mit kreativen Angeboten wie “Schnaps mit dem Chef” und “Umarmung vom Chef” bereits in der ersten Woche fast 1.000 Euro über Fundraising gesammelt hat.

Erinnerungen aus vergangenen Tagen teilen

Insbesondere bei Facebook funktionieren zudem Formate aus der Kategorie “Wisst ihr noch damals…” sehr gut und wecken bei den Usern Emotionen, was meist die Interaktionen in Form von Likes und Kommentaren auf Beiträge steigert. Fatal wäre es jetzt dagegen, monoton in den Posts um Einnahmen zu betteln, da Sie so eher an den Usern vorbei kommunizieren.  Bedenken Sie: Auch Ihre User werden in deren Facebook-Feed von mehreren betroffenen Unternehmen die selbe Botschaft vermittelt bekommen. Seien Sie also kreativ, posten Sie Erinnerungen und verknüpfen Sie diese mit Ihrer Botschaft.

Der Text zu einem Foto von einem Mitarbeiter in Aktion etwa könnte wie folgt lauten: “Heute vor einem Jahr hat unser Koch Jan angefangen, euch mit diversen Gaumenfreuden zu verwöhnen. In der aktuellen Lage möchten wir sicherstellen, dass er dies auch nach der Krise für euch tun kann. Unterstützt uns jetzt gern mit einem Gutschein, so dass Jan euch nach der Krise wieder mit seinen Leckereien vor Ort verwöhnen kann!” Oder aber zu einem passenden Foto: “Heute posten wir ein Bild von unserem Muttertagsbrunch vor einem Jahr mit über 100 Gästen bei uns. Wer von euch war denn dabei? Eine schöne Geschenkidee für die Mutti zum Muttertag.” Wichtig ist es zu versuchen, aus dem Wettbewerb herauszustechen.

Fördergelder für Weiterbildung nutzen

Ein weiterer wichtiger Tipp: Nutzen Sie die Fördergelder des Bundes, um sich inhouse zum Thema Online-Marketing weiterzubilden! Seit 3. April 2020 hat das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ein Sonderprogramm für die Beratung von kleinen und mittelgroßen Unternehmen (KMU) sowie Freiberuflern bis zu 4.000 Euro freigeben. Die neue Förderung ist entstanden, weil KMU und Freiberufler von der Corona-Krise in einem Ausmaß betroffen sind, mit dem niemand gerechnet hat. Das neue Sofortprogramm ist die Antwort des BAFA auf die finanziellen Probleme, die viele Unternehmen in den vergangenen Wochen beklagt haben. Diese Förderung wird mit hundert Prozent vom Bund bezuschusst und verläuft ohne jegliche Vorfinanzierung. Sollten Sie generell überlegen, eine neue Website aufzusetzen, mit Instagram oder Influencer-Marketing zu beginnen, dann bietet sich hier die Möglichkeit, die Förderung für individuelle Workshops zu nutzen und sich das Know-how ins Haus zu holen.

Social Media wird nach der Krise noch wichtiger

Oft werden aus Kostengründen Angestellte, Azubis und Werkstudenten mit der Betreuung der sozialen Kanäle beauftragt, denen aber oft das Verständnis für Online-Marketing aus ganzheitlicher Perspektive fehlt, da sie dafür nicht ausgebildet wurden. Da nach der Krise und mit zunehmender Digitalisierung die Konkurrenz online nicht geringer wird, ist dies jedoch zwingend notwendig.

Mehr Informationen

Jens Piesker bietet kostenlosen Erstberatungen sowie Bedarfsanalysen im Bereich Online- Marketing. Interessierte melden sich per Email an piesker@onfiredigital.de.

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