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StartTechnik & BetriebKlima & EnergiePositionspapier der BGN: Aktuelle Regeln fürs Lüften

Positionspapier der BGNAktuelle Regeln fürs Lüften

Die BGN hat ihre branchenspezifischen Gefährdungsbeurteilungen gemäß SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel und -standard überarbeitet und ein spezielles Positionspapier zum richtigen Lüften erstellt. Außerdem stellt sie den eigens entwickelten Lüftungsrechner vor.

Viele gastronomische Betriebe sind seit Herbst – sofern sie öffnen dürfen – ganz auf die Plätze im Innenraum angewiesen. Die kalte Jahreszeit wird in diesem Jahr eine besondere Herausforderung, denn mit Blick auf die SARS-CoV-2-Infektionsgefahr gelten besondere Regeln. Deshalb hat die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) ein Positionspapier zum richtigen Lüften veröffentlicht. So darf die vom menschlichen Ausatemstrom erzeugte CO2-Konzentration im Raum maximal 1.000 Parts per million (ppm) betragen. Diese Grenzkonzentration darf zu keinem Zeitpunkt überschritten werden. Sofern keine raumlufttechnischen Anlagen vorhanden sind, ist die einfachste Möglichkeit, dies zu erreichen, laut der BGN die Stoßlüftung durch das Öffnen der Fenster. Wie oft und wie lange hänge dabei von der Raumgröße und der Anzahl der Gäste im Raum ab. Eine Lüftungsampel könne zur Kontrolle hilfreich sein.

Stoßlüften

Allgemein wird für das freie Lüften empfohlen:

  • Regelmäßige Stoßlüftung über die gesamte Fensterfläche für drei Minuten im Winter, fünf Minuten im Frühjahr/Herbst und zirka zehn Minuten im Sommer.
  • Insbesondere Räume, die von mehreren Personen genutzt werden, sollen vor und nach Benutzung ausgiebig gelüftet werden.

Lüftungsanlagen: Ja, aber …

Eine für Beschäftigte und Gäste bequemere und vor allem wärmere Lösung bieten Lüftungsanlagen. Hierbei sollten sich Hoteliers und Gastronomen aber beraten lassen, empfiehlt die BGN. Denn ganz einfach sei das nicht und es gelte, einige Punkte zu beachten. Zunächst muss aus der Zahl der Personen, deren Aktivitätsgrad sowie der gewählten CO2-Zielkonzentration der erforderliche Gesamtvolumenstrom ermittelt werden. Dieser wird mit dem tatsächlichen Außenluftvolumenstrom der Lüftungsanlage verglichen. Damit lässt sich feststellen, ob die Leistung der Lüftungsanlage ausreicht. Dabei sei es wichtig, zu versuchen, die ausreichende Luftqualität nur durch die Zuführung von Außenluft zu erreichen. Luftreiniger sind daher allenfalls eine Ergänzung, heißt es.


Lüftungsanlagen

Werden Luftreiniger eingesetzt, sind alle Luftvolumenströme, sowohl von der zugeführten Außenluft als auch der vom Luftreiniger behandelte Volumenstrom zu bestimmen und zu addieren. Mit fortlaufender Filterbelegung nimmt der behandelte Volumenstrom aber ab. Dann werden Aufwände für den Filterwechsel erforderlich. Die Filter können dann allerdings noch aktive Viren enthalten und sollen deswegen mit angemessener Schutzausrüstung, nach Angabe des Herstellers etwa mit Handschuhen, FFP2-Atemmaske und Korbbrille getauscht und sicher entsorgt werden. Manche filternde Luftreiniger behandeln nur einen verschwindend kleinen Volumenstrom und mischen diesen anschließend mit unbehandelter Raumluft. Das ist nicht zielführend, da Aufwand und Nutzen in einem ungünstigen Verhältnis stehen. Von solchen Luftreinigern rät die BGN ab.

Die Luftreiniger mit sogenannten UVC-Lampen sind zunächst wartungsfrei. Nach spätestens 16.000 Betriebsstunden sind allerdings die quecksilberhaltigen Lampen mit der erforderlichen Vorsicht zu wechseln. Hier bleibt der Volumenstrom über die Betriebsdauer konstant, er ist allerdings auch häufig geringer als bei filternden Abscheidern.
Bei allen Luftreinigern sollten die Rahmenbedingungen geprüft werden:

  • Ist die Geräuschentwicklung akzeptabel?
  • Kann der Luftreiniger an geeigneter Stelle montiert werden?
  • Stimmt der Volumenstrom mit dem Bedarf überein? Wird tatsächlich der gesamte Volumenstrom zumindest annähernd von Viren befreit?
  • Von dieser Bewertung und der damit verbundenen Abwägung sollten die Auswahl und der Einsatz entsprechender Luftreiniger abhängig gemacht werden.

Von dieser Bewertung und der damit verbundenen Abwägung sollten die Auswahl und der Einsatz entsprechender Luftreiniger abhängig gemacht werden.


Durch zusätzliche Maßnahmen wie den Einsatz von sogenannten Luftreinigern könne die Konzentration von Aerosolen in der Raumluft weiter gesenkt werden. Diese müssten insbesondere die SARS-CoV-2-Viren abscheiden oder inaktivieren können. Geeignet seien Geräte mit Filtern der Klassen H13 und H14 (Hepa-Filter) sowie geschlossene UV-C-Strahler, die nicht ozonbildend sind. Zu beachten sei, dass Luftreiniger zwar die Menge der Viren in der Luft verringern, aber keinen Einfluss auf die CO2-Konzentration im Raum haben.

Im Moment werden zahlreiche weitere Verfahren zur Bekämpfung von Viren diskutiert: Bei kaltem Plasma, Ozon, Elektrofiltern, Ionisation oder beispielsweise dem Versprühen von Desinfektionsmitteln jeglicher Art seien weder die Wirkung auf Viren ausreichend belegt, noch nachteilige Nebenwirkungen auf Beschäftigte ausgeschlossen. Deshalb werde deren Einsatz derzeit nicht empfohlen.

Der Lüftungsrechner

Mit der Rechenscheibe können nach Bestimmung der Raumgröße und Anzahl der anwesenden Personen die Lüftungsintervalle bestimmt werden. Auf dem äußeren Ring muss die Raumgröße in Kubikmetern (Länge × Breite × Höhe = Grundfläche × Höhe = Raumvolumen in Kubikmeter (m³)) angegeben werden. Steht der Schieberegler auf dieser Position, wird die Anzahl der sich im Raum befindlichen Personen auf die Raumgröße angezeigt. Jetzt lassen sich die Zeitintervalle für die Lüftung ablesen.

Der Rechner kann entweder online genutzt werden, oder die BGN schickt auf Anfrage die Scheiben zu.

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